Patienteninformationen

Wir sind spezialisiert auf onkologische Chirurgie, minimal-invasive, laparoskopische Eingriffe im Ober- und Unterbauch (Schlüsselloch-Chirurgie), Pankreas- und Kolonchirurgie und proktologische Eingriffe. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt der Klinik ist die Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie. In diesem Bereich führen wir pro Jahr mehr als 500 Operationen erfolgreich aus. Zur heutigen Chirurgie gehört auch, dass Sie bei uns in Ihrer ganz persönlichen Krankheitskonstellation individuell wahrgenommen werden und wir ein ganz auf Sie zugeschnittenes Behandlungskonzept entwickeln. Dabei schlagen wir Ihnen immer die Operationsmethode vor, die bei bestmöglichem Ergebnis den höchsten Behandlungskomfort bietet. Wir setzen daher routinemäßig laparoskopische und minimal-invasive Techniken ein, wenn dies bei Ihrem Krankheitsbild angemessen ist.

Mit über 500 Schilddrüsenoperationen pro Jahr und mindestens noch einmal so vielen nicht-operativen Therapien gehört das Pius-Hospital zu den großen Kompetenzzentren auf diesem Gebiet in Deutschland. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Nuklearmedizin im Pius-Hospital und einem niedergelassenen Endokrinologen werden hier alle Erkrankungen der Schilddrüse und der Nebenschilddrüsen kompetent diagnostiziert und behandelt. Die Schilddrüse ist ein kleines schmetterlingförmiges Organ im Hals des Menschen. Gemeinsam mit den Nebenschilddrüsen produziert sie verschiedene Hormone, die auf vielfältige Weise den Stoffwechsel beeinflussen. Eine Schilddrüsenunterfunktion führt unter anderem zu Antriebslosigkeit und Depressionen, eine Überfunktion zu Unruhe, Reizbarkeit und Herzjagen. Das Pius-Hospital ist ausgewiesener Spezialist für Schilddrüsen-Behandlung. Zu einer Operation raten wir Ihnen nur, wenn alle anderen Methoden keine Besserung bringen. Bei dem Eingriff wird, je nach Krankheitsbild, die Schilddrüse oder die Nebenschilddrüse ganz oder teilweise entfernt. Sämtliche Eingriffe an der Schilddrüse erfolgen unter einer ständigen elektronischen Funktionsprüfung des Stimmbandnervs. Außerdem überwachen wir während einer Schilddrüsen-Operation standardmäßig die permanente Durchblutung der Nebenschilddrüsen, um Langzeitfolgen möglichst auszuschließen.

Bei bösartigen Speiseröhrenerkrankungen müssen wir möglicherweise die Speiseröhre und die zugehörigen Lymphknoten ganz oder teilweise entfernen, damit der Tumor sich möglichst nicht weiter in ihrem Körper verbreiten kann. Gleichzeitig ersetzen wir das entfernte Stück, so dass Sie weiterhin Nahrung zu sich nehmen können. Dafür gibt es verschieden Methoden, z.B. Dickdarmzwischenschaltung (Koloninterposition) oder Dünndarmhochzug.

Als Refluxkrankheit bezeichnen wir das krankhafte Zurückfließen von Magensaft in die Speiseröhre. Reflux ist die häufigste gutartige Erkrankung des oberen Magendarmtraktes und kann bei ungünstigem Verlauf zu Verengungen und Geschwüren in der Speiseröhre oder gar zu Krebs führen. Aufstoßen von Magensaft, Sodbrennen und Speiseunverträglichkeit (Fett, Früchten, Kaffee, Alkohol,...) sind die wichtigsten Anzeichen der Refluxkrankheit. Häufig kann sie durch eine Änderung der Lebensgewohnheiten und eine zeitweilige medikamentöse Behandlung geheilt werden. Alternativ können wir Ihnen durch einen Operation helfen, bei der wir am Übergang zwischen Speiseröhre und Magen eine Art Ventilmechanismus konstruieren, der verhindert, dass weiterhin Magensäure zurück in die Speiseröhre fließt. Dieses Verfahren wird Fundoplicatio genannt. Die Operation empfehlen wir vor allem jüngeren Patienten, die sonst ein Leben lang Medikamente einnehmen müssten, und solchen Patienten, die trotz ausreichender Medikamentendosierung noch Refluxbeschwerden haben. Außerdem operieren wir zum Beispiel bei Schluckstörungen durch eine Verengung oder durch so genannte Divertikel (Speiseröhrenausstülpungen).

All diese Operationen können wir laparoskopisch, das heißt im Rahmen einer Bauchspiegelung und ohne zusätzliche Schnitte ausführen.

Wir helfen Ihnen, wenn Sie eine gutartige oder bösartige Magenerkrankung haben und andere Methoden keine Besserung bringen. In Notfällen wie z.B. Magenblutung oder Magendurchbruch greifen wir schnell und unkompliziert minimal-invasiv ein und umnähen die geschädigten Gefäße ohne große Schnitte.

Magen- und Zwölffingerdarm-Geschwüre entfernen wir so minimal wie möglich und so radikal wie nötig. Das heißt, wir wählen die Behandlungsmethode, die nötig ist, um ihre Krankheit grundlegend zu heilen und wenden dabei, wenn es möglich ist, ebenfalls eine minimal-invasive Methode an.

Auch bei bösartigen Tumoren gilt unser Leitmotiv „So minimal wie möglich, so radikal wie nötig“. Möglicherweise müssen wir in so einem Fall Ihren Magen ganz oder teilweise entfernen. Wir bieten Ihnen dann verschiedene Möglichkeiten, den Magen zu ersetzen.

Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine Drüse in der hinteren Bauchhöhle. Sie ist etwa 15 cm lang und grenzt an Magen, Milz, Zwölffingerdarm und Dickdarm. Sie produziert Enzyme und Hormone für den Zellstoffwechsel – das wichtigste ist das Insulin – und Verdauungsenzyme, die über den Pankreasgang direkt in den Darm abgegeben werden. Operationen an der Bauchspeicheldrüse erfordern hohes handwerkliches Geschick, weil sie mit fast allen anderen Verdauungsorganen verbunden ist. Bei bösartigen Erkrankungen muss deshalb je nach Lage des Tumors meist auch der Zwölffingerdarm oder die Milz mit entfernt werden. Mit modernen Techniken ist es jedoch möglich, die Verdauung grundsätzlich intakt zu halten. Ziel einer Pankreas-Operation ist immer, so viel des Organs funktionstüchtig zu erhalten, wie eben möglich ist. Bei Zysten und in einigen Fällen bei einer chronischen Entzündung werden alternative Operationsmethoden angewendet.

Gallenblasensteine oder auch die gesamte Gallenblase entfernen wir je nach Ihrem persönlichen Gesundheitszustand ebenfalls per Bauchspiegelung oder aber auch mit einem konventionellen Bauchschnitt. Außerdem führen wir sämtliche Operationen bei Gallenblasen- oder Gallengangskrebs und wiederherstellende Operationen nach Verletzungen der Gallenwege aus.

Die Leberchirurgie nimmt einen zunehmend höheren Stellenwert ein. Dabei operieren wir vor allem Metastasen in der Leber, aber auch originäre Lebertumore und -karzinome. In jedem Fall arbeiten schon vor einer entsprechenden Operation interdisziplinär mit den Spezialisten der Kliniken für Innere Medizin, Strahlentherapie und mit der Onkologie zusammen. So können wir für jeden Patienten ein individuell auf seine Krankheitssituation zugeschnittenes Behandlungskonzept entwickeln.

Wir haben an unserer Klinik die so genannte Fast-Track-Chirurgie eingeführt, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen konzipiert ist. Sie vermeidet viele früher bekannte Unannehmlichkeiten einer Darm-OP bereits im Vorfeld und hilft Ihnen, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Während man früher mit mindestens zwölf Tagen Klinikaufenthalt nach einer Darm-Operation rechnen musste, können Sie mit der Fast-Track-Methode in der Regel bereits nach drei bis fünf Tagen das Krankenhaus wieder verlassen.

Fast-Track umfasst alle Phasen der Behandlung. Deshalb arbeiten Chirurgen, Anästhesisten, Intensivmediziner und Pflegemitarbeiter unseres Krankenhauses eng zusammen. Die Methode lässt sich bei einer Vielzahl von gut- oder bösartigen Erkrankungen des Darmes einsetzen und eignet sich für Patienten jeden Alters, gerade auch für ältere Menschen.

Schneller wieder essen
Die neue Behandlungsmethode erlaubt es, schon kurze Zeit nach dem Eingriff wieder zu essen, zu trinken und aufzustehen. Wir operieren häufig minimal-invasiv oder über einen Bauchschnitt, der quer verläuft. Im Vergleich zum herkömmlichen vertikalen Schnitt verursacht unser Bauchschnitt im Regelfall weniger Schmerzen, und das bedeutet, dass Sie sich schneller und besser wieder bewegen können.

Wirksame Schmerztherapie
Zusätzlich sorgen wir mit einer besonderen Schmerztherapie dafür, dass Sie sich schnell wieder wohl fühlen und bereits am OP-Tag, spätestens aber am nächsten Tag, wieder aufstehen können. In der Regel empfehlen wir einen so genannten Periduralkatheter. Selbstverständlich stimmen wir die Schmerzbehandlung individuell mit Ihnen und auf Ihr spezielles Krankheitsbild ab.

Viel bewegen
Sie selbst können mit dazu beitragen, dass Fast-Track Sie schnell wieder gesund macht. So sollten Sie in den Tagen vor der Operation möglichst nur noch flüssige Kost bzw. Joghurt zu sich nehmen und sich vor allem viel bewegen. Nach der Operation sollten Sie bereits am selben Tag wieder etwas trinken und möglicherweise einen Joghurt essen. In den nächsten Tagen stehen Sie so viel wie möglich auf, trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser oder Tee. Wenn Sie aus dem Krankenhaus entlassen sind, ist es wichtig, dass Sie weiterhin Ihre Mobilität steigern. Laufen Sie zunächst im Haus viel herum und fangen Sie dann mit Spaziergängen an. Ihre Kost sollte leicht verdaulich sein, vermeiden Sie Hülsenfrüchte und zu fettes Essen. Und achten Sie weiterhin darauf, dass Sie genügend Flüssigkeit zu sich nehmen.

Der Begriff „Schlüsselloch-Chirurgie“ oder „Minimal Invasive Chirurgie“ (MIC) wurde 1988 für den Einsatz der Endoskopie bei operativen Eingriffen eingeführt. Über einen Katheter wird eine lichtstarke Mikrochip-Kamera in den Bauch eingeführt, die präzise Bilder vom Inneren des Körpers auf einen Monitor überträgt. Mit dieser Sichthilfe führen wir über einen weiteren Katheter die Operations-Instrumente. Die Operation selbst unterscheidet sich in ihrem Ablauf meist nicht von einem konventionellen Eingriff.

Minimal-invasive Eingriffe im Ober- und im Unterbauch werden entweder im Rahmen einer Magen- bzw. Darmspiegelung ganz ohne Schnitt oder durch eine Bauchspiegelung mit winzigen Schnitten in der Bauchdecke ausgeführt. Der Vorteil für Sie: Die Operation belastet Ihren Körper wesentlich weniger, Sie haben hinterher weniger Schmerzen, Ihre Wunden verheilen schneller und es bleiben kaum sichtbare Narben zurück.

Minimal-invasive Methoden eignen sich zum Beispiel bei

  • Blinddarmoperationen
    Bei einer akuten Entzündung des Blinddarms wird das entzündete Organ entfernt. Dazu werden ein Endoskop sowie sondenförmige Instrumente über kleine Hautschnitte eingeführt.
  • Gallenblasenoperationen
    Bei Patienten mit Beschwerden durch Gallenblasensteine lässt sich durch Minimal Invasive Chirurgie das erkrankte Organ mitsamt den Steinen aus dem Bauchraum entfernen.
  • Leistenbruchoperationen / Bauchwandbrüche
    Wenn im Bereich der Bauchdecke Lücken existieren, sprechen wir vom Eingeweidebruch, Bauchdecken- oder Leistenbruch. Bisher wurden solche Leiden mit einem Schnitt von außen operiert. Heute können wir den Defekt in der Bauchwand von innen mit einem Netz hinterlegen.
  • Verwachsungsbauch
    Nach offenen Bauchoperationen entstehen in Folge von Narbenbildungen häufig Verwachsungen im Bauchinneren. Diese können Beschwerden verursachen oder die Darmpassage behindern. Im Rahmen einer Darm- oder Bauchspiegelung können wir die Ursache der Beschwerde aufgeklären und meist auch beseitigen.
  • Operationen an Magen und Darm
    Auch einige Eingriffe an Magen und Darm können wir heute minimal-invasiv ausführen.
  • Sigmadivertikulitis
    Bei Ausstülpungen am Darm (Divertikulitis) entfernen wir den betroffenen Darmteil, wenn möglich, laparoskopisch (über Bauchspiegelung).
  • und außerdem
    Neben den aufgezählten Operationen setzen wir auch für manche Eingriffe an Leber und Milz sowie bei stumpfen Bauchverletzungen und bösartigen Erkrankungen, wenn das individuelle Krankheitsbild es erlaubt, minmialinvasive Techniken ein.

Die wichtigste Voraussetzung dafür, dass eine Operation präzise gelingt, ist, dass zuvor eine ebenso präzise Diagnose gestellt wird. Wir arbeiten deshalb von Anfang an eng mit allen Abteilungen zusammen, die damit zu tun haben. Vor allem mit der Inneren Klinik, deren Gastroenterologie von Ultraschall und Endosonographie bis Magen- Darm- und Gallenspiegelung nahezu alle Untersuchungen im Bereich der Verdauungsorgane ausführt, mit der Radiologie und mit den Nuklearmedizinern, die insbesondere unseren größten Schwerpunkt, die Schilddrüsenchirurgie in der präoperativen Diagnostik ergänzen und auch an der Nachbehandlung beteiligt sind.

Auch der kleinste Schnitt ist dennoch eine Verletzung – und verursacht also Schmerzen. Evolutionär betrachtet sind Schmerzen ein lebenswichtiges Warnsignal. Denn sie geben eine verlässliche Auskunft darüber, dass – und wo – etwas im Körper nicht in Ordnung ist. Doch sobald eine Diagnose feststeht, können Schmerzen nicht mehr weiter helfen. Im Gegenteil, sie bremsen oft den Heilungsverlauf. Bereits seit gut 20 Jahren nimmt die medikamentöse Schmerztherapie daher in der Medizin einen immer größeren Raum ein. Sie ist originäre Aufgabe der Anästhesisten, die ja auch während und nach einer Operation dafür sorgen, dass Patienten keine Schmerzen spüren.

In unserer Klinik gehen wir das Thema Schmerzen gemeinsam mit den Anästhesisten an.

Unser Ziel ist es, dass Sie auch in den Tagen nach einer Operation möglichst keine Schmerzen haben. Wir versuchen deshalb immer, die für jeden Patienten individuell passende passenden Dosierung und Kombination von Schmerzmitteln zu finden – und Nebenwirkungen so weit wie möglich zu vermeiden.

Letzte Aktualisierung: 04.12.2016