Schwerpunkte der Tätigkeit

Rehabilitation

Nach einem Krankenhausaufenthalt sollen in der Rehabilitation Folgen der Erkrankung oder der Behandlung behoben oder gelindert werden. Sofern der behandelnde Arzt feststellt, dass eine Rehabilitation notwendig ist, ist es sinnvoll, diese kurze Zeit nach der Entlassung durchzuführen. Deren Organisation hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Indikation
  • Rehabilitationsfähigkeit unter der Fragestellung „Brauche ich zum Beispiel in der Pflege noch Hilfestellungen?"
  • Verfügbarkeit eines zeitnahen Aufnahmetermins in einer Klinik
  • Kostenträger und deren Entscheidungsstrukturen
  • Individuelle Bedürfnisse des Patienten

Außerdem gibt es unterschiedlichen Formen einer Anschlussheilbehandlung (teilstationär oder stationär) sowie Spezialisierungen der Rehabilitation im Bereich Geriatrie oder Neurologie. Ein optimales medizinisches Behandlungsergebnisses steht bei der Anschlussheilbehandlungen im Vordergrund, weswegen individuelle Wünsche manchmal untergeordnet werden müssen.

Hilfen nach der Entlassung

Eine Entlassung aus dem Krankenhaus kann bedeuten, dass Menschen ihr bisheriges Leben nicht ohne Veränderung fortsetzen können. Manche Menschen brauchen in der ersten Zeit oder auch auf Dauer Hilfen. Durch Kontakte zu zahlreichen ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, Wissen um gesetzliche Rahmenbedingungen und Verbindungen zu den unterschiedlichen Kostenträgern können die Mitarbeiter des Sozialen Dienstes gemeinsam mit Patienten und Angehörigen klären, wie weitere Versorgungen ermöglicht werden können. Ob zeitlich begrenzt oder dauerhaft, Krankheit und Pflegebedürftigkeit bedeuten sowohl für den Kranken als auch für dessen Angehörige eine Herausforderung, weil sich plötzlich und ungeplant das Leben verändert.

Inzwischen gibt es ein breites Spektrum an unterschiedlichen Unterstützungsformen. Entscheidend ist, sich frühzeitig gemeinsam mit Veränderungen vertraut zu machen. Die Tatsache, dass besonders ältere Menschen häufig mit Hilfebedarf entlassen werden, ist für den Sozialen Dienst Grund und Herausforderung, beratend und unterstützend tätig zu werden.

Sozialrechtliche Fragen

Krankheit bringt vieles durcheinander. Manchmal findet man sich in Situationen wieder, an die man vorher noch gar nicht gedacht hatte. Die Frage nach dem Krankengeld ist hierbei für viele existenziell. Kinderbetreuung muss organisiert werden, wenn plötzlich die Betreuungsperson krank wird. Oder aber der plötzliche Krankenhausaufenthalt bringt ans Tageslicht, dass keine Krankenversicherung besteht. Unerwartet sehen sich Kranke mit einem Antrag auf Rente konfrontiert, obwohl sie noch gar nicht im Rentenalter sind. – Der Sozialdienst im Krankenhaus kann in diesen Situationen entscheidend unterstützen: Nicht in allen Fragen sind die Mitarbeiter auch jeweils Spezialisten. Aber: Sie haben den Gesamtüberblick über unterschiedliche Regelungen und können so Kontakte zu den Spezialisten herstellen. Deshalb gibt es kaum eine Frage, die nicht irgendwann in den Beratungen auftaucht. Niemand muss von hier weggehen, ohne dass es nicht mindestens irgendeine weitergehende Perspektive gibt.

Familie und Angehörige

Krankheit betrifft immer auch Familie und Angehörige, wenn auch ganz unterschiedlich. Plötzliche Erkrankungen machen es notwendig, kleine Kinder oder auch pflegebedürftige Angehörige anderweitig zu versorgen. Bei akuten Erkrankungen tritt manchmal auch der Beziehungsaspekt zwischen angehörigen in den Vordergrund verbunden mit einem Gesprächsbedarf über Krankheit, Tod oder Sterben. "Wer kann eigentlich mit wem reden?",  "Welche Möglichkeiten gibt es, Trauer und Abschied zu leben?" sind dann typisch Fragen. Und Gespräche über organisatorische Dinge bekommen häufig unverhofft eine Wendung, wenn persönliche Fragen der Versorgung Raum erhalten. Gerade die Sichtweise auf Erkrankung als etwas, das immer den Kranken und sein Umfeld gemeinsam betrifft, kann hier helfen.

Lebensfragen, Krisen

Die Betroffenen kommen zumeist mit ganz praktischen Fragen zum Sozialen Dienst. Im Laufe des Gesprächs stellt sich dann häufig heraus, dass es um viel mehr geht: Lebensperspektiven ändern sich, Beziehungen müssen sich teils neu finden. Menschen, die scheinbar nicht mehr miteinander reden, finden plötzlich wieder zueinander. Krisen bedeuten für Menschen immer auch Chancen, ihr Leben neu zu ordnen, dem Leben eine Wende zu geben. Hier können die Mitarbeiter des Sozialdienstes ihre wichtigsten Instrumente einsetzen: Ohr, Herz und Verstand. Die Frage nach einer Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht ist Anlass und Gelegenheit.

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