Pneumologie

Mit unserem Leitsatz "Wir kümmern uns!“ begrüßen wir Sie auf der Seite der Pneumologie im Pius-Hospital

Wir kümmern uns um Menschen, die unter Erkrankungen der Atemwege oder des Lungengewebes leiden. Wir behandeln und diagnostizieren entzündliche, sowie autoimmun bedingte Erkrankungen der Lunge und des Rippenfells. Zur Diagnostik nutzen wir neben der klassischen Lungenspiegelung (Bronchoskopie) weitere Verfahren wie den endobronchialen Ultraschall (EBUS) oder die starre Bronchoskopie zur Tumorabtragung oder Blutstillung. Darüber hinaus konzentrieren wir uns auf die Diagnostik der Atempumpenschwäche und deren Behandlung durch die nicht-invasive Beatmung. Im Spektrum der Therapie der COPD bieten wir endoskopische Behandlungsmöglichkeiten zur Lungenvolumenreduktion an. Ein besonderer Behandlungsschwerpunkt unserer Klinik besteht in der Betreuung von Patienten mit Lungenkrebs. Die Pneumologie ist Teil des zertifizierten Lungenkrebszentrums am Pius Hospital. In diesem Rahmen sind wir mit der Thoraxchirurgie, Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Nuklearmedizin (PET/CT) zum Beispiel durch ein gemeinsames Tumorboard und kurze Wege eng verzahnt.

Die Pneumologie des Pius Hospitals wurde Oktober 1999 gegründet, um die Versorgung von Betroffenen mit Lungen-, und Atemwegserkrankungen in Oldenburg und „um zu“ zu verbessern. Seither ist ein Behandlungsteam etabliert worden, das sich auf die Lungenheilkunde konzentriert und nach den Kriterien der DIN EN ISO 9001:2015 und der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert wurde.

Wir pflegen einen intensiven Informationsaustausch mit allen internen Berufsgruppen und unseren niedergelassenen Kollegen zum Zwecke der optimalen Patientenbehandlung. Außerdem nehmen wir an Medizinerausbildung der Uni Oldenburg teil und vertreten im Medizinstudiengang die gesamte Lehre im Fach Pneumologie. Wir bieten die volle Weiterbildung im Fach der Inneren Medizin und im Schwerpunkt Pneumologie für Ärzte in der Weiterbildung an.

Nachfolgend finden Sie detaillierte Informationen über die Leistungen der Pneumologie:

Die Thorakale Endoskopie umfasst die Bronchoskopie, die Spiegelung der Atemwege und die Endosonographie.

 


 

Endoskopisch-pneumologisches Leistungspektrum

  • Untersuchung der Bronchialschleimhaut zur Suche nach Lungentumoren
  • Abklärung von Einengungen der Atemwege
  • Entnahme von Probenmaterial aus den Bronchien und der Lunge (transbronchiale Biopsie)
  • Probenentnahme zur mikrobiologischen Untersuchung auf Keime (Bakterien, Pilze, Parasiten)
  • Spülung aus einem Lungenlappen (Brochonalveoläre Lavage)
  • Sicherung, Erfassung und Punktion von Lymphknoten unter Sicht durch einen endobronchialen Ultraschall (EBUS-TBNA)
  • Diagnostik von Fremdkörpern
  • Abtragung von Tumoren mittels Argonbeamer (APC)
  • Dysphagiediagnostik in Zusammenarbeit mit der Logopädie

Diagnostische Bronchoskopie

Krankhafte Prozesse der Atemwege werden durch eine flexible Bronchoskopie (Spiegelung der Atemwege) in unserer Endoskopieabteilung diagnostiziert. Um Lymphknoten oder Raumforderungen zu punktieren, die um die Bronchien herum gelegen sind, führen wir den endobronchialen Ultraschall (EBUS) durch. Die Untersuchung wird in einer Sedierung (mit Propfol) durchgeführt. Dies ist keine Vollnarkose, führt aber dazu, dass Sie von der Untersuchung nichts merken werden. Wir verwenden die neueste Generation der Videobronchskope, dadurch haben wir eine dem neusten technischen Stand entsprechende Bildqualität. Die Durchführung wird auf großen Videomonitoren übertragen.

Therapeutische Bronchoskopie

Die therapeutische Bronchoskopie wird bei bedrohlichen Symptomen wie Bluthusten oder bei Verschluss der Atemwege eingesetzt. Insbesondere zentral wachsende Tumoren werden mit dieser Methode beseitigt. Diese Untersuchung wird mit einem starren Bronchoskops durchgeführt und findet daher unter Vollnarkose statt.

Techniken:

  • Tumor- oder Gewebszerstörung, bzw. -abtragung mit starren Instrumenten, Laser, Argonplasmabeamer, Atemwegsschienung mit diversen Stents
  • Atemwegsdilatation (Erweiterung) mit Ballons oder starren Instrumenten
  • Methoden der endobronchialen Blutstillung und Tamponade.
  • Verfahren der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion (BLVR) bei COPD und Emphysem
  • Fremdkörperentfernung

 

Mithilfe unserer modernen Lungenfunktionseinheit können die Art und der Schweregrad von Störungen der Lunge exakt ermittelt werden. Jeder Patient mit einer Atemwegserkrankung wird während des stationären Aufenthaltes zum Teil mehrfach untersucht, um das Ausmaß der Beeinträchtigung der Atemfunktion zu erkennen. Durch die gemessenen Veränderungen stellen wir eine genaue Diagnose und ermitteln den Schweregrad der Erkrankung. Dies ist notwendig um die Dosierung als auch die bestwirksame Kombination der atemwegserweiternden und entzündungshemmenden Medikamente zu bestimmen. Nur so können wir vor einem operativen Eingriff das Risiko und den Grad der Operation bestimmen. So berechnen wir im Voraus die zu erwartende Lungenfunktion nach einer Operation der Lunge.

Techniken:

  • Spirometrie
  • Bodyplethysmographie
  • Diffussionsmessung
  • Provokationstest
  • Belastungsuntersuchung: Spiroergometrie
  • Blutgasanalyse

 

Informationen zur Raucherentwöhnung

Zum Thema Raucherentwöhnung empfehlen wir Ihnen die Internetseite "rauchfrei" der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Vortrag „Glücklicher Nichtraucher“

Zum Vortrag „Glücklicher Nichtraucher“ sind aktive und ehemalige Raucher/-innen eingeladen. Die Referentin Carola Bartz, selbständige Diplom-Psychologin in Oldenburg, zeigt Wege zu einem rauchfreien Leben auf.  
Jeden zweiten Donnerstag im Monat, 19.00 Uhr im Besprechungsraum B-Flügel im Erdgeschoß des Pius-Hospitals
Die Teilnahme ist kostenfrei, eine vorherige Anmeldung ist nicht notwendig.

Fagerström Test for Nicotine Dependence (FTND)

Fragebogen zur eigenen Einschätzung der Abhängigkeit vom Rauchen

 

COPD

Die Abkürzung COPD (chronic obstructive pulmonary disease) steht für verschiedene Erkrankungen der unteren Atemwege, bei denen sowohl die Bronchien als auch das Lungengewebe betroffen sind. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind in Deutschland etwa 6 Millionen Menschen von der Lungenkrankheit betroffen. Das Erkrankungsrisiko ist damit höher als das eines Herzinfarktes. Ein großer Anteil unserer Patienten leidet an Atemnot auf dem Boden einer chronisch-obstruktiven Bronchitis und/oder einem Lungenemphysem. Unsere Therapie beruht auf allen etablierten Behandlungsverfahren sowie auf einer geschulten Atemtherapie. Seitens unserer krankengymnastischen Abteilung wird ein Schwerpunkt auf das Erlernen von Atemtechniken gelegt, die in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung notwendig sind. Ein weiterer Schwerpunkt ist die endokopische Therapie der COPD mithilfe von Ventiltechniken. Damit werden die nicht belüfteten Anteile der Lunge ausgeschaltet, damit der Betroffene besser atmen kann.

Lungengerüsterkrankung, Lungenfibrose

Eine seltene und meist spät erkannte Lungenerkrankung ist das Krankheitsspektrum der „interstitiellen Lungenerkrankungen“. Diese entstehen durch entzündliche Veränderung der Lunge ohne Auslöser wie Bakterien oder Pilze. Die Ursachen sind unterschiedlich und reichen von Autoimmunerkrankung („Rheuma“) über Medikamente bis hin zu vielen unerkannten Faktoren. Wir können mit unserem Team eine zielgerichtete Diagnostik anbieten. Dazu gehört neben der Funktionsdiagnostik eine Probenentnahme durch eine Kryobiopsie. Um die chronisch verlaufende Entzündung aufzuhalten und eine Vernarbung des Lungengewebes (Lungenfibrose) zu verhindern, erfolgt die Therapieentscheidung im Team. Dazu haben wir ein Lungenfibroseboard etabliert. Hier treffen wir uns regelmäßig mit niedergelassenen Spezialisten und besprechen die Behandlungpfade bei dieser schwer therapierbaren Erkrankung.

Erkrankungen des Rippenfells

Eine erschwerte Atmung kann auch durch Flüssigkeitsabsonderung in den Raum zwischen dem Rippenfell und der Lunge (Pleuraraum) entstehen. Dieses kann durch entzündliche Veränderungen (Pleuritis) oder durch bösartige Erkrankungen bedingt sein. Bei unklaren Ergüssen können wir zügig durch eine Punktion oder Drainagenanlage ein aussagekräftiges Ergebnis erzielen. Die geeignete Therapie kann dadurch schnell gewährleistet werden.

Lungenentzündung

Lungenentzündungen (Pneumonie) können durch Bakterien, Viren oder Pilze ausgelöst werden. Der Krankheitsverlauf hängt von den Erregern, vorbestehenden Grunderkrankungen und Umwelteinflüssen ab. Eine bestimmte Form der bakteriellen Lungenentzündung ist die Tuberkulose. Sie tritt in Deutschland selten auf und wird daher in vielen Fällen nicht erkannt oder unterschätzt. Unsere Schwerpunktstation ist für diese Erkrankten optimal ausgerüstet.

Lungenkarzinom

Viele unserer Patienten werden mit auffälligen Röntgenbildern eingewiesen. Wir diagnostizieren dabei häufig Lungenkrebs. Vor einer Therapieentscheidung müssen beim Lungenkrebs viele verschiedene Untersuchungen erfolgen, was manchmal etwas Zeit in Anspruch nimmt. Aber eine genaue Diagnose und exaktes Einteilen des Tumorstadiums ist für die Therapie besonders wichtig. Wir entscheiden in unserem Team des zertifizierten Lungenkrebszentrums gemeinsam im Rahmen der Tumorkonferenz über die beste Therapie.

Beatmungsmedizin

Viele Betroffene im fortgeschritten Stadium der COPD leiden unter einer dauerhaften Erschöpfung der Atemmuskulatur. Diese führt zu Müdigkeit, Atemnot und dauerhaften körperlicher Schwäche und fehlender Belastbarkeit. Die Therapie konzentriert sich dabei auf die Entlastung der Atemmuskulatur. Um eine Erholung der Atemmuskulatur zu erreichen, wird diese maschinell unterstützt. Dabei wird über eine Maske die Atemarbeit entlastet. Diese Atemunterstützung wird Beatmung genannt (nicht invasive Ventilation = NIV). Diese Therapie findet überwiegend nachts statt, damit am Tag die Atemmuskulatur entlastet wird. In der Pneumologie werden die erkrankten Patienten von Fachkräften (Atemtherapeuten) und Ärzten an diese Beatmungsform adaptiert. Die Betroffenen werden in die Maskenbeatmung als nächtliche Selbstbeatmung durch uns geschult, betreut und in ihrer Erkrankung begleitet. Regelmäßige Kontrollen sind anschließend notwendig, um den Erfolg der Behandlung zu gewährleisten.

Sauerstofftherapie

Viele Betroffene mit fortgeschrittenen Lungenerkrankungen leiden an einem chronischen Sauerstoffmangel. Ein Sauerstoffmangel führt nicht immer zu einer Luftnot. Und umgekehrt ist nicht jede Luftnot durch Sauerstoffmangel hervorgerufen. Für die Verordnung von Sauerstoff für die häusliche Versorgung müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Neben einem bestimmten Sauerstoff-Wert im Blut (pO2 < 55 mmHg) sind Rauchfreiheit und eine stabile Grunderkrankung notwendig. Die unterschiedlichsten Untersuchungen und Tests werden von unserem Team der Lungenfunktion durchgeführt und individuell angepasst.

 

Letzte Aktualisierung: 12.04.2019