Pressemitteilungen

Hier haben wir für Sie Presseinformationen zum Download bereit gestellt. Für weitere Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

 

Michael Dernoscheck, Bertine Pienkos-Sandmann, Presseinformationen aus dem Pius-Hospital

Buntes Spektrum an Möglichkeiten – Pflegeausbildung im Pius-Hospital erfolgreich abgeschlossen

24. Juli 2019

Nach erfolgreich abgelegtem Examen im Pius-Hospital starten 24 hochmotivierte Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und ein -pfleger in ihr weiteres Berufsleben.

Von den frisch Examinierten stammen 17 aus dem Pius-Hospital – wo der theoretische und ein Teil des praktischen Unterrichts durchgeführt wurden – fünf aus dem Marienhospital Friesoythe und drei aus dem Johanneum in Wildeshausen. „Die Pflegeausbildung ist ein tolles Fundament für unsere Absolventinnen und Absolventen. Durch die vielen Weiterbildungs- und Spezialisierungsangebote und die hohe Nachfrage am Arbeitsmarkt besteht ein buntes berufliches Spektrum an Möglichkeiten“, betont Birgit Burkhardt, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Pius-Hospital. Die 80 Prozent der jungen Pflegeprofis, die sich nicht für ein anschließendes Studium entschieden haben, starten nun im erlernten Beruf – die eine Hälfte bleibt in den ausbildenden Krankenhäusern, die andere zieht es wieder in ihre Heimatorte zurück.

Zum 1. Dezember ist es im Pius-Hospital letztmalig auch möglich bei entsprechender Vorerfahrung eine verkürzte zweijährige Ausbildung zu absolvieren, bevor im kommenden Jahr die generalistische Pflegeausbildung eingeführt wird. Mit dem Konzept, das das Pius-Hospital gemeinsam mit dem Landes-Caritasverband für Oldenburg e.V. ins Leben gerufen hat, erhalten engagierte Pflegemitarbeiter die Chance, mehr Verantwortung in ihrem Bereich zu übernehmen und ihre Aufstiegschancen zu verbessern. Wer sich hierfür bewerben möchte, kann sich bei Birgit Burkhardt unter 0441/229-1200 oder birgit [todd] burkhardtatpius-hospital [todd] de melden.

Pflegeexamen Pius-Hospital Juli 2019

Universitätsmedizin Oldenburg: Dirk Weyhe ist Professor für Viszeralchirurgie

22. Juli 2019

Prof. Dr. Dirk Weyhe bekleidet ab sofort die Professur für Viszeralchirurgie der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften der Universität Oldenburg. Weyhe ist seit 2007 Direktor der heutigen Universitätsklinik für Viszeralchirurgie im Pius-Hospital Oldenburg und hat die Professur seit 2013 verwaltet.

„Professor Weyhe vertritt sein Fachgebiet in Forschung und Lehre mit hervorragender Expertise und großem Engagement. So hat er in den vergangenen Jahren auch einen großen Beitrag geleistet zur Entwicklung des Modellstudiengangs Humanmedizin“, sagte Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften.

Weyhe studierte Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum, wo er 1998 auch promovierte und sich im Jahr 2008 habilitierte. Der Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und spezielle Viszeralchirurgie mit den Zusatzqualifikationen operative Intensiv- und Rettungsmedizin, war von 2002 bis 2007 als Oberarzt am St. Josef-Hospital der Ruhr-Universität Bochum tätig. Ab 2005 leitete der Mediziner das dortige molekulare chirurgisch-experimentelle Labor für Genexpressionsanalytik, an dessen Aufbau er maßgeblich beteiligt war. Vor seinem Wechsel nach Oldenburg hatte er klinisch die Position des Geschäftsführenden Oberarztes am Pankreaszentrum des St. Josef-Hospitals der Ruhr-Universität Bochum inne.

Weyhes klinische Schwerpunkte liegen in der komplexen onkologischen Viszeralchirurgie, zu der die Operationen von Bauchspeicheldrüsen-, Speiseröhren-, Magen- und Darmkrebs gehören. Zu diesen Krankheitsbildern etablierte er am Pius- Hospital kontinuierlich zertifizierte Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG). Ebenso stellt die endokrine Chirurgie mit einem zertifizierten Zentrum einen wichtigen klinisch-wissenschaftlichen Schwerpunkt dar. Im Mittelpunkt von Weyhes Forschungskonzepten steht das Ziel, die Patientensicherheit durch das Optimieren der operativen Behandlungskette weiter zu verbessern. So setzt sich der Mediziner auch für das digitale Simulieren und Üben von Operationen ein. Die Entwicklung eines virtuellen Anatomieatlasprototypen für die chirurgische Aus- und Weiterbildung wurde kürzlich von der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH) prämiert. Derzeit forscht Weyhe an der Entwicklung eines weiteren Prototyps zur Simulation realer Krankheitsbilder und deren operative Behandlung. In intensiver Zusammenarbeit mit der Versorgungsforschung der Medizinischen Fakultät entwickelt er zudem Analysetools für klinische Datenbanken. Diese sollen bei Krebserkrankungen helfen, Prognosefaktoren zu identifizieren. So sollen beispielsweise postoperative Stimm- und Spracheinschränkungen nach Schilddrüsenoperationen noch gründlicher erfasst und individuell therapiert werden können.

Weyhe ist Gutachter und assoziierter Editor für Fachzeitschriften und engagiert sich in nationalen und internationalen Leitlinienkommissionen. Zudem ist er Fachgutachter für Viszeralchirurgie der Landesärztekammer Niedersachsen und war beratendes Mitglied der Bundesärztekammer. Seit 2016 ist der Mediziner Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV). 

„Ich gratuliere Herrn Professor Weyhe herzlich zu seiner Ernennung und bedanke mich für sein engagiertes und hoch anerkanntes universitätsmedizinisches und klinisches Wirken in Oldenburg“, so Elisabeth Sandbrink, Geschäftsführerin des Pius-Hospitals. „Wir freuen uns auf die weitere gemeinsame Zukunft mit Herrn Professor Weyhe.“

 

 

Prof. Dr. Dirk Weyhe

Universitätsmedizin Oldenburg: Wissenschaftsrat lobt beeindruckendes Studienangebot und fordert Land zum Ausbau auf

15. Juli 2019

Als erfreulich und außerordentlich hilfreich schätzt die Universität Oldenburg die Ergebnisse der Evaluation ihrer Universitätsmedizin durch den Wissenschaftsrat (WR) ein, die heute bekanntgegeben wurden. Das wichtigste Beratungsgremium von Bund und Ländern bewertet den Modellstudiengang Humanmedizin – die European Medical School Oldenburg-Groningen (EMS) – als „beeindruckendes Studienangebot“, das „überzeugend umgesetzt“ sei. „Profilbildendes Merkmal der Oldenburger Universitätsmedizin“ sei die starke Forschung in der Neurosensorik und Hörforschung, die ihre Exzellenz in den vergangenen Jahren weiter unter Beweis gestellt habe. Die Schwerpunktsetzung auf die noch junge Versorgungsforschung sei zudem „strategisch sinnvoll und ausbaufähig“. Nach Ansicht des Wissenschaftsrats konnte die Oldenburger Universitätsmedizin die Stärken ihres Gründungskonzepts weiter untermauern und zu einem „attraktiven standortspezifischen Profil“ ausbauen. Begrüßt wurde auch der angestrebte Ausbau der europäischen Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen und dem Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG) in Forschung, Nachwuchsförderung, Weiterbildung und Krankenversorgung.

In einer gemeinsamen Erklärung zeigten sich Universitätspräsident Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper und der Dekan der Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang, erfreut über das Lob, betonten aber auch, dass die kritischen Anmerkungen zur derzeitigen Situation der Universitätsmedizin ebenso förderlich seien. Sie würden sicher dazu beitragen, die Zusammenarbeit mit den Oldenburger Krankenhäusern und der Universität Groningen weiter zu verstärken und zu verbessern.

Auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler kommentierte die Ergebnisse. Mit Blick auf den Studiengang sagte er: „Die European Medical School Oldenburg-Groningen – die EMS – ist weiter auf Erfolgskurs. Bereits zum kommenden Wintersemester werden 80 Studienplätze angeboten. Damit sind wir einen großen Schritt vorangekommen auf dem Weg zu den angepeilten bis zu 200 Studienplätzen sowie zur Ausbildung der dringend benötigten Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmediziner. Es ist ein ermutigendes Signal, dass auch der Wissenschaftsrat den Ausbau der EMS positiv bewertet.“ Herausforderungen sehe der Wissenschaftsrat hingegen bei den Governancestrukturen in Verbindung mit den Kooperationskrankenhäusern und der erforderlichen Weiterentwicklung der Infrastruktur. „Dies werten wir als Auftrag, Lösungen zu entwickeln und damit die Zukunftsfähigkeit des universitätsmedizinischen Standorts Oldenburg zu sichern“, betonte Thümler.

Die positiven Bewertungen bestärkten die Universität in dem, was sie in den letzten sieben Jahren erschaffen habe, erklärten Piper und Nothwang. Dies sei nur möglich gewesen in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit den Groninger Partnern und den vier Krankenhäusern vor Ort, dem Evangelischen Krankenhaus, dem Klinikum Oldenburg, dem Pius-Hospital und der Karl-Jaspers-Klinik. Gleichwohl bedürfe es für die künftige Weiterentwicklung der Oldenburger Universitätsmedizin noch viel konzeptioneller Arbeit aller Akteure, alle Bereiche müssten noch enger verzahnt werden. Die vom Wissenschaftsrat geforderte zukunftsfähige finanzielle und personelle Ausstattung richte sich an das Land und sei elementar. „Wir haben für unseren Standort gemeinsam sehr viel erreicht – und es liegt noch sehr viel Arbeit vor uns. Dabei setzen wir insbesondere auf ein klares Bekenntnis des Landes Niedersachsen zur Oldenburger Universitätsmedizin und auf die entsprechende Unterstützung,“ unterstrich Universitätspräsident Piper.  

Die vier Krankenhausleitungen – Dr. Alexander Poppinga (Evangelisches Krankenhaus), Rainer Schoppik (Klinikum Oldenburg), Elisabeth Sandbrink (Pius-Hospital) und Michael Poerschke (Karl-Jaspers-Klinik) – erklärten, sie seien sehr erfreut über die überaus positive Einschätzung des humanmedizinischen Studiengangs durch den Wissenschaftsrat. Dies sei ein großer Erfolg in einer nicht leichten Aufbauphase – auch für die Krankenhäuser. Zugleich unterstrichen die Klinikpartner die Forderung des Wissenschaftsrats an das Land, eine mit allen Akteuren abgestimmte Investitions- und Finanzplanung voranzutreiben. Dies sei zur qualitativen Fortentwicklung von Forschung, Lehre und Krankenversorgung essenziell. Auch das Gebot einer noch engeren Zusammenarbeit untereinander sowie mit der Medizinischen Fakultät werde sehr ernst genommen und sei auch ein Anliegen der Krankenhäuser selbst. Intensive Gespräche über eine engere Verzahnung würden bereits geführt. 

Der Wissenschaftsrat hatte sich im November 2010 für die Gründung des deutsch-niederländischen Gemeinschaftsprojekts „European Medical School Oldenburg-Groningen“ ausgesprochen. 2012 wurde die Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften an der Universität Oldenburg gegründet, im Oktober startete der Modellstudiengang Humanmedizin mit den ersten 40 Studierenden. Aktuell studieren hier 271 angehende Medizinerinnen und Mediziner, 33 davon absolvieren derzeit ihr Praktisches Jahr. 18 haben ihr Studium bereits erfolgreich abgeschlossen. Das Niedersächsische Hochschulgesetz (NHG) erforderte die jetzige Evaluation der Medizinischen Fakultät der Universität Oldenburg durch den Wissenschaftsrat. Die Landesregierung legt das Ergebnis dem Landtag mit einer Stellungnahme zur weiteren Entwicklung des Studiengangs Humanmedizin an der Universität Oldenburg unter Berücksichtigung der Ausbildungskapazität bis zum 30. Juni 2020 vor (§ 72 (11) NHG).

Foto: Begrüßen die Stellungnahme des Wissenschaftsrats: Prof. Dr. Dr. Hans Michael Piper (Präsident Universität Oldenburg, 4. v.l.) und Prof. Dr. Hans Gerd Nothwang (Dekan Fakultät VI Medizin und Gesundheitswissenschaften, 3. v.l.) sowie (v.l.) Michael Poerschke (Karl-Jaspers-Klinik), Dr. Alexander Poppinga (Evangelisches Krankenhaus Oldenburg), Elisabeth Sandbrink (Pius-Hospital Oldenburg) und Rainer Schoppik (Klinikum Oldenburg). Foto: Universität Oldenburg

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Universitätsmedizin Oldenburg / Krankenhausleitungen

Vom Pius ins All

18. Juni 2019

Ausstellung zu 50 Jahre Mondlandung

Am 20. Juli 2019 jährt sich zum 50. Mal die erste Mondlandung der US-amerikanischen Apollo-Mission im Jahre 1969. Diese Landung wird als eine der größten Leistungen der Menschheit angesehen, deren Jubiläum daher überall auf der Welt gefeiert wird – auch im Pius-Hospital. Die Universitätsklinik für Medizinische Strahlenphysik informiert über das Ereignis in einer Ausstellung vom 21. Juni bis 16. August und klärt auf, wie Forschung „made in Oldenburg“ ins All gelangt und was die Strahlentherapie zur Raumfahrt beitragen kann.

Mit Postern und Exponaten der Raumfahrtgeschichte – zum Beispiel Meteoriten vom Mond und Mars – möchte das Team der Universitätsklinik für Medizinische Strahlenphysik unter der Leitung von Dipl.-Phys. Dr. med. Kay C. Willborn die Faszination für das besondere Ereignis der Mondlandung wecken. Die Ausstellung im Foyer des Pius-Hospitals verbindet historische Exponate des Apollo-Programms, der Raumfahrt und somit des Mondes mit den besonderen Aspekten der Meteor- und Strahlenforschung und verdeutlicht, wie Raumfahrt und Medizin in diesem Bereich voneinander profitieren können.

Mit diesem Aspekt beschäftigt sich insbesondere die Abteilung für Medizinische Strahlenphysik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg von Prof. Dr. Björn Poppe, der auch die Medizinische Physik im Pius-Hospital leitet. Das Team interessiert sich insbesondere für Strahlung im Weltall, die von der Sonne ausgeht oder aus fernen Galaxien auf unser Sonnensystem prasselt. Auch helle Feuerkugeln und kleine Meteore gehören zu ihrem Fachgebiet. Denn die Ausbreitung von Strahlung und von kleinen Teilchen lässt sich mathematisch mit denselben Verfahren berechnen – sogenannten Transportgleichungen. „Die Strahlung und kleine Meteore gefährden Raumfahrer, die sich im All aufhalten“, so der Wissenschaftler Poppe. Besonders jene, die lange im All unterwegs sind – zukünftig zum Beispiel Astronauten auf einem viele Monate dauernden Flug zum Mars. „In Kooperation mit der Europäischen Raumfahrtagentur, der ESA, arbeiten wir hier in Oldenburg deshalb auch an hochempfindlichen Messgeräten, die uns Details über die Strahlenausbreitung und -belastung im All liefern können.“

Das Foyer ist täglich von 8.00 bis 20.00 Uhr für Besucher geöffnet, der Eintritt ist frei.

Vom Pius ins All Ausstellung zu 50 Jahre Mondlandung

Pius-Hospital schließt Sanierung der Zentralküche ab

24. Mai 2019

Blick hinter die Kulissen vor Inbetriebnahme

Nach achtzehnmonatiger Umbau- und Sanierungszeit nimmt das Pius-Hospital den Betrieb in den neuen Räumlichkeiten der Zentralküche auf. Am 23. Mai erfolgte die offizielle Einweihung, bei der insgesamt 500 Interessierte, Mitarbeiter und geladene Gäste die Gelegenheit nutzten, sich umzuschauen und zu erfahren, wie eine moderne Großküche funktioniert.

Über 35 Jahre war die alte Küche in Betrieb, bevor im November 2017 mit den umfassenden Modernisierungsmaßnahmen begonnen wurde. Das Pius-Hospital investierte rund vier Millionen Euro aus Eigenmitteln in die Sanierung der 840 Quadratmeter großen Küche. Bis dahin hatten Teilsanierungen und Instandhaltungsmaßnahmen den Betrieb gesichert. Circa ein Viertel der Investitionssumme entfiel auf die neue, den heutigen Anforderungen entsprechende Lüftungsanlage. Deren Kapazität ist darauf ausgelegt, fünfmal so viel an Luftmasse zu bewegen wie die der alten Küche. Das sorgt für ein angenehmeres Raumklima ohne Hitzestau oder hohe Luftfeuchtigkeit: eine immense Verbesserung für die circa 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich. Diese können in Kürze, sobald die offizielle Abnahme erfolgt ist, auf modernste Küchen- und Kühltechnik und ergonomisch gestaltete Arbeitsplätze zurückgreifen und profitieren außerdem von einer optimierten Logistik. Damit schafft das 420-Betten-Haus eine Kapazitätsreserve für den in der Bauphase befindlichen Gebäudeabschnitt F-Flügel mit einem neuen Zentral-OP und zusätzlichen Patientenzimmern. Zurzeit kocht das Küchenteam täglich 950 Mittagsmahlzeiten für die Stationen und die Cafeteria. Nach der Fertigstellung des Neubaus werden es circa 1.200 warme Mahlzeiten sein, die jeden Tag frisch an Ort und Stelle zubereitet und angerichtet werden.

Um die umfassende Küchensanierung zu realisieren, wurde der laufende Betrieb in der Zeit des Umbaus in Containerküchen verlagert – aufgrund des limitierten Platzangebots in der Innenstadtlage des Krankenhauses auf eine eigens dafür errichtete Überdachung des Wirtschaftshofs, welcher an die Küche grenzt. „Mit großem Durchhaltevermögen und viel Flexibilität in allen Bereichen ist es in den vergangen eineinhalb Jahren trotz der logistischen Herausforderungen gelungen, die hohe Qualität und das vielfältige Speisenangebot zu halten“, bedankt sich Pius-Geschäftsführerin Elisabeth Sandbrink bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das Küchenteam freut sich nun auf das Kochen in den modernisierten Räumen, die sie am 23. Mai circa 500 Interessierten, Mitarbeitern und geladenen Gästen präsentierte.

Einweihung neue Zentralküche Pius-Hospital
Einweihung neue Zentralküche Pius-Hospital

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung

15. Mai 2019

Pius-Hospital setzt EU-gefördertes Projekt mit deutschen und niederländischen Partnern um

In ländlichen Regionen fehlt es oft an Ärzten. Vor allem Patienten mit seltenen Erkrankungen nehmen deshalb  weite Reisen zu Spezialisten auf sich. Übersehen wird dabei, dass im Nachbarland direkt hinter der Grenze oftmals die gewünschten Experten zu finden sind. Im Projekt „Common Care“ wird daher in den kommenden Jahren für die deutsch-niederländische Ems-Dollart-Region eine grenzüberschreitende, medizinische Kooperation aufgebaut. Das Pius-Hospital leitet dieses INTERREG V A-EU-Projekt.

Der Gedanke, in ein Nachbarland zu fahren, um sich dort medizinisch versorgen zu lassen, ist vielen Patientinnen und Patienten nach wie vor fremd, obwohl dies innerhalb der EU heute theoretisch schon möglich ist. Hier setzt das Projekt Common Care unter der Leitung des Pius-Hospitals Oldenburg an. Das im Mai 2018 gestartete Vorhaben hat das Ziel, eine nachhaltige Infrastruktur für ein grenzüberschreitendes Gesundheitswesen so zu entwickeln, dass dieses von Patienten der Ems-Dollart-Region sowohl in Deutschland als auch in den Niederlanden effektiv genutzt werden kann. Dafür arbeiten mehrere Gesundheitseinrichtungen im Norden der Niederlande und in Nord-West-Niedersachsen in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Behandlung zusammen. Neben dem Pius-Hospital Oldenburg beteiligen sich das Klinikum Leer, das Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG), das Ommelander Ziekenhuis Groningen (OZG) und die Treant Zorggroep.

„Common Care“ bedeutet frei übersetzt „Gemeinsame Versorgung“, was in diesem Fall heißt, dass deutsche und niederländische Gesundheitseinrichtungen gemeinsam für Patienten zwischen Groningen und Oldenburg da sind. Auf diese Weise können Versorgungsengpässe grenzüberschreitend ausgeglichen und lange Reisen zu hochspezialisierten Einrichtungen, aber auch zu Fachärzten bestimmter Fachrichtungen im eigenen Land vermieden werden. So mangelt es auf niederländischer Seite beispielsweise an Gastroenterologen und Kinderärzten, auf deutscher Seite etwa an Rheumatologen. In dem Projekt wird erarbeitet, wie sich Versorgungslücken nicht nur durch den Austausch von Patienten, sondern auch durch medizinisches Fachpersonal schließen lassen, um eine 360-Grad-Versorgung wie in grenzfernen Gebieten zu realisieren.

Das Projekt startet zunächst mit der Realisierung von zwei euregionalen Behandlungspfaden in der Orthopädie und der Strahlentherapie – mit direktem Austausch von Patienten in die Nachbarländer. „Wir bauen die Zusammenarbeit zunächst bei einer kleinen Anzahl von Krankheitsbilden auf, bei denen eine Kooperation nahe liegt“, sagt Sabine Kretschmar, Projektkoordinatorin von Common Care im Pius-Hospital. „Etwa bei der Behandlung bestimmter Hirntumore bei Kindern.“ Hirntumore werden im Pius-Hospital  vielfach strahlentherapeutisch behandelt. Für Kinder, deren Gehirne sich schließlich noch in der Entwicklung befinden, muss das umliegende gesunde Gewebe jedoch maximal geschont werden. Dies lässt sich durch eine Bestrahlung mit Protonen besser erreichen als mit den sonst für die Erwachsenenbestrahlungen üblichen Photonen. Am UMCG in Groningen ist vor mehr als einem Jahr eine solche Protonentherapieanlage in Betrieb genommen worden. „Kindern, die wir gemeinsam mit dem Elisabeth-Kinderkrankenhaus in Oldenburg behandeln, werden wir zukünftig eine solche Protonentherapie in Groningen anbieten können“, sagt Dr. Kay Willborn, Direktor der Universitätsklinik für Medizinische Strahlenphysik im Pius-Hospital. Bislang mussten Eltern mit ihren Kindern für eine solche Bestrahlung bis zum Westdeutschen Protonentherapiezentrum in Essen fahren – fast doppelt so weit.

Von Common Care sollen darüber hinaus Menschen aus der deutschen Grenzregion profitieren, die von der Bluterkrankheit betroffen sind und zugleich oder aufgrund dessen ein neues Hüft- oder Kniegelenk benötigen. Für diesen Spezialeingriff mussten Patienten aus dem Nordwesten bislang weite Wege in Kauf nehmen, obschon das Universitair Medisch Centrum Groningen ebenfalls auf solche Eingriffe spezialisiert und zugleich viel schneller zu erreichen ist. Eine Behandlung in Groningen kann den Reiseaufwand minimieren und die Patienten näher zu Hause versorgen.

Gleichzeitig sollen niederländische Patienten mit einer Infektion an einer implantierten Hüftgelenksprothese profitieren. Zwar sind die niederländischen Kliniken sehr gut für die Bekämpfung von Infektionen aufgestellt, die Nachsorge jedoch ist ausbaufähig. In der Regel wird der Patient schon wenige Tage, nachdem die Infektion abgeklungen ist, nach Hause geschickt. Rehabilitationsmaßnahmen oder auch ambulante Physiotherapie gibt es in den Niederlanden, anders als in Deutschland, so gut wie gar nicht. „Die aber ist wichtig, um Patienten schnell wieder mobil zu machen“, sagt Prof. Dr. Djordje Lazovic, Direktor der Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Pius-Hospital. Künftig sollen deshalb Patienten von den Krankenhäuern in Groningen zum Reha-Zentrum am Meer in Bad Zwischenahn überwiesen werden, um dort eine adäquate Rehabilitation zu erhalten. Im Rahmen von Common Care wird das Personal in Bad Zwischenahn derzeit speziell in der Nachbehandlung von Menschen mit Infektionen im Bereich der Hüftprothese geschult. „Insofern ist es eine der großen Leistungen von Common Care, dass wir an allen deutschen und niederländischen Standorten die Behandlung der Patienten vereinheitlichen, indem wir gemeinsame Standards, sogenannte Behandlungsprotokolle, ausarbeiten“, sagt Sabine Kretschmar. Weitere wichtige Aufgaben sind außerdem, die Kostenübernahme der Behandlung im Nachbarland durch die Krankenversicherungen sicherzustellen und Sprachbarrieren zwischen Behandlern und Behandelten abzubauen. Die Entwicklung der grenzüberschreitenden Behandlungspfade und -protokolle und deren Refinanzierung soll nach Abschluss des Projekts im Mai 2021 die Basis für weitere Erkrankungen und Therapien verschiedener Fachdisziplinen sein.
 

Das Projekt wird im Rahmen des INTERREG-Programms von der Europäischen Union und den INTERREG-Partnern finanziell unterstützt.

Download Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung (D)

Download Grensoverschrijdende zorg (NL)

 

Grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung
Letzte Aktualisierung: 24.07.2019