Pressemitteilungen

Hier haben wir für Sie Presseinformationen zum Download bereit gestellt. Für weitere Fragen stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

Michael Dernoscheck, Bertine Pienkos-Sandmann, Presseinformationen aus dem Pius-Hospital

Zum ersten Mal COVID-19-Erkrankung in Oldenburg mit Antikörpern behandelt

18. September 2020

Seitdem das Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel, das Paul-Ehrlich-Institut, diese Therapieoption zulässt, wurde im Pius-Hospital zum ersten Mal eine an COVID-19 erkrankte Patientin in Oldenburg mit Rekonvaleszentenplasma behandelt.

In Oldenburg haben sich der DRK-Blutspendedienst und das Universitätsinstitut für medizinische Mikrobiologie und Virologie des Klinikums Oldenburg unter der Leitung von Prof. Dr. med. Axel Hamprecht dafür eingesetzt, dass die Blutplasma-Präparate auch vor Ort gewonnen und den Krankenhäusern in Oldenburg und der Region zur Verfügung gestellt werden können. Um potentielle Spender, die bereits die Infektion hinter sich haben, zu gewinnen, unterstützte das Gesundheitsamt der Stadt Oldenburg und kontaktierte genesene Oldenburgerinnen und Oldenburger. Bei in etwa zwei Dritteln dieser Gruppe aus Freiwilligen waren überschüssige Antikörper vorhanden; entsprechende Plasmapräparate konnten gewonnen werden.

Ende August ergab sich im Pius-Hospital der erste Fall, bei dem zwei dieser vom DRK-Blutspendedienst in Oldenburg generierte Plasmapräparate einer an COVID-19 erkrankten 55-jährigen Patientin verabreicht wurden. „Die stationär aufgenommene Frau hatte eine Vielzahl an Symptomen, einen geschwächten Allgemeinzustand und anhaltendes hohes Fieber. Also auch Patienten mit Verläufen, die nicht intensivmedizinisch behandelt werden müssen, kommen für eine Behandlung mit Rekonvaleszentenplasma infrage.“, erklärt Dr. med. Regina Prenzel, Direktorin der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie im Pius-Hospital, in deren Obhut sich die Patientin befand. Unmittelbar nach der Behandlung ging es der Patientin stetig besser, das Fieber ging rasch zurück. Mittlerweile konnte sie auch aus dem Krankenhaus entlassen werden.

„Als antivirale Therapie gegen SARS-CoV-2 ist inzwischen auch das Medikament Remdesivir zugelassen. Dieses ist hierzulande jedoch schwer erhältlich und kann auch nur als mäßig wirksam bewertet werden“, so Mikrobiologe Hamprecht. Das Antikörper-reiche Plasma von Genesenen einzusetzen ist deshalb eine weitere Option zur Behandlung von schwerer an COVID-19 erkrankten Patientinnen und Patienten. Hierbei handelt es sich um eine passive Immunisierung, weil anders als bei einer Impfung, bei der die geimpfte Person selbst die Antikörper entwickelt, den Erkrankten die Antikörper einer anderen Person verabreicht werden, um so das Immunsystem zu unterstützen.

Gegenwärtig wird COVID-19-Rekonvaleszentenplasma im Rahmen von Studien oder individuellen Heilversuchen eingesetzt. „Derzeit laufen eine Reihe von Untersuchungen zu diesem Thema, zum Beispiel durch das Paul-Ehrlich-Institut. Eine endgültige Bewertung steht noch aus. Bisher konnte gezeigt werden, dass die Patienten unter Therapie schneller PCR-negativ werden, in kleineren Beobachtungsstudien wurde auch eine klinische Verbesserung berichtet“, so Hamprecht weiter.

Hergestellt und bevorratet wird das Rekonvaleszentenplasma vor Ort in Oldenburg, könnte bei steigendem Bedarf aber auch zentral bezogen werden über das Netzwerk des DRK-Blutspendediensts, so dass jederzeit ausreichend Reserven zur Verfügung stehen. Dennoch sind weitere Blutplasmaspenden willkommen. „Weitere mögliche Spender aus der Region, die eine Infektion mit COVID-19 durchgemacht haben, bitten wir, sich zur Verfügung stellen. Infrage kommen hier insbesondere Genesene, die mit ausgeprägten Symptomen erkrankt waren. Diese besitzen meist eine deutlich höhere Antikörperkonzentration, was für eine Spende erforderlich wäre. “, sagt Dr. Eduard Petershofen, Leiter des Instituts Bremen-Oldenburg.

Kontakt Blutspendedienst: Telefon 0441 - 944 01 24

Prof. Dr. Axel Hamprecht (Klinikum Oldenburg), Dr. Regina Prenzel (Pius-Hospital) und Dr. Eduard Petershofen (DRK-Blutspendedienst)

Cent-Beträge, die Gutes tun

16. September 2020

Pius-Mitarbeitende sammeln 10.000 Euro für Frauenhaus und Kinderschutz-Zentrum

Seit neun Jahren gibt es im Pius-Hospital die Spenden-Aktion „Pius-Taler“, die einer sozialen Einrichtung oder einem gemeinnützigen Projekt zugute kommt.
Dafür verzichten einige hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses freiwillig auf die Centbeträge ihres Monats-Gehalts. Was für den einzelnen maximal 99 Cent im Monat sind, addiert sich über ein Jahr gesammelt zu einer beachtlichen Summe, die vom Pius-Hospital noch einmal verdoppelt wird. Für die Jahre 2018 und 2019 sind so insgesamt 10.000 Euro zusammen gekommen. Jeweils eine Hälfte dieses Betrages erhielten das Autonome Frauenhaus Oldenburg und das Kinderschutz-Zentrum Oldenburg.
Die Organisationen engagieren sich beide seit über 40 Jahren in Oldenburg und haben noch eine weitere Gemeinsamkeit: Sie sind neben ihrer Grundfinanzierung durch die öffentliche Hand auf zusätzliche finanzielle Unterstützung angewiesen, um ihre wichtige Arbeit leisten zu können und die anfallenden Kosten zu decken. „Sachspenden spielen natürlich eine wichtige Rolle. Was jedoch überwiegend ins Gewicht fällt, sind die Personalkosten. „Bei der Arbeit des Kinderschutz-Zentrums geht es ja in erster Linie um Begleitung von Kindern und Familien die von Gewalt betroffen sind sowie die Verbreitung von Kinderschutz Know-how. Dafür braucht es Köpfe“, so Mareike van ´t Zet, geschäftsführende Leiterin des Kinderschutz-Zentrums Oldenburg. In der Beratungs- und Fachberatungsstelle, die bei allen Formen der Gewalt, die Kinder und Jugendliche erleben können, kontaktiert werden kann, arbeiten sieben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Aber für bestimmte Projekte wie zum Beispiel das Mentorenprojekt ‚Balu & Du‘ werden dann weitere personelle Ressourcen benötigt.“ Auch das Autonome Frauenhaus freut sich über die Zuwendung durch das Pius-Hospital. „Die zusätzlichen Kosten, die in der Corona-Zeit entstanden sind, zum Beispiel für Hygienemaßnahmen und Vorräte, müssen über Spenden finanziert werden“, erklärt Gülnaz Derin, eine der neun Mitarbeiterinnen im Frauenhaus. „Außerdem können die Zimmer aufgrund der Abstandsregelung nicht mehr so belegt werden wie zuvor, was bedeutet, dass die Mieteinnahmen durch die Bewohnerinnen folglich zurzeit reduziert sind.“ Das Autonome Frauenhaus Oldenburg e.V. ist ein Schutzhaus für Frauen und Kinder, die von körperlicher, psychischer und/oder sexualisierter Gewalt oder auch von Zwangsheirat, Menschenhandel oder Stalking betroffen sind.
„Welchen wichtigen Beitrag wir als einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit monatlichen Cent-Beträgen für besonders in diesen Zeiten unverzichtbare soziale Einrichtungen in der Region Oldenburg leisten können, zeigt dieses Beispiel. Ich bin mir sicher, dass dieses noch mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Hauses motivieren wird, sich am Pius-Taler beteiligen“, so Alexander Westendorf, Personalleiter des Pius-Hospitals.

Spendenkonten
Kinderschutz-Zentrum Oldenburg, IBAN: DE84 2802 0050 1402 2800 00
Autonomes Frauenhaus Oldenburg e.V., IBAN: DE73 2805 0100 0000 4072 05

Übergabe Pius-Taler für 2018 und 2019

Aus der Platz-Not eine Tugend gemacht

4. September 2020

Pius-Hospital weiht neue Außenterrasse mit 130 Sitzplätzen ein

Die neu errichtete Außenterrasse der Pius-Cafeteria bietet auf 360 Quadratmetern Platz für 100 zusätzliche Personen. Die vorherige Terrasse mit 30 Plätzen hatte im Zuge der Küchensanierung weichen müssen. Auch Patienten und ihre Angehörigen dürfen nach corona-bedingter Einschränkung – zunächst nur nachmittags – wieder die Cafeteria nutzen.   

Frisch gekochtes Essen in breiter Vielfalt und hoher Qualität trägt im Pius-Hospital nicht nur unter den Patienten zu hoher Zufriedenheit bei. Auch Mitarbeiter, Angehörige und Gäste wissen seit jeher das Speisenangebot des Krankenhauses in der Cafeteria zu schätzen und genießen. Produziert wird deshalb ausschließlich in der hauseigenen Küche, die bis Mitte 2019 aus vier Millionen Euro Eigenmitteln komplett erneuert wurde. Um die umfassende 18-monatige Küchensanierung zu realisieren, musste der laufende Betrieb jedoch in Containerküchen verlegt werden – aufgrund des limitierten Platzangebots in der Innenstadtlage des Krankenhauses auf eine eigens dafür errichtete Überdachung des Wirtschaftshofs, welcher an die alte Küche grenzte.

Aus der Platz-Not machten die Architekten und Planer allerdings eine Tugend. „Es kam die Idee auf, nach der Fertigstellung der Küche – sobald die Container entfernt sind – die Überdachung in eine Erweiterung der danebenliegenden Außenterrasse der Krankenhauscafeteria umzugestalten“, erläutert Uwe Nissen, Leiter der Abteilung für Bau und Technik. Die Erweiterung machte Sinn. Denn die Cafeteria erfreute sich bis zur Schließung für externe Besucher im März auch unter Besuchern der Innenstadt und unter Mitarbeitern nahe gelegener Unternehmen großer Beliebtheit. So konnten die externen Gästezahlen im Cafeteria-Betrieb in den vergangenen zehn Jahren vor der Corona-Pandemie um circa 30 Prozent gesteigert werden. Mit rund 30 Plätzen deckte die frühere Außenterrasse den Bedarf für das Speisen an frischer Luft nicht mehr ab. Nachdem wegen der Bauarbeiten zwei Jahre lang auf eine Terrasse verzichtet werden musste, freut sich das Cafeteria-Team, nun noch den Spätsommer nutzen zu können, um hier wieder Gäste zu bewirten. „Unter Corona-Bedingungen dürfen zunächst allerdings nur 66 der möglichen 130 Sitzgelegenheiten genutzt werden, um den Mindestabstand einzuhalten“, so Annette Peuster, Leiterin der Hauswirtschaft im Pius-Hospital und verantwortlich für die Cafeteria. Seit Ende August dürfen auch wieder Patienten und ihre registrierten Besucher paarweise die Cafeteria in den Nachmittagsstunden nutzen. Im Zuge der Corona-Beschränkungen war die Cafeteria bis dahin nur für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geöffnet.

Cafeteria-Terrasse Pius-Hospital

„Pius-Bienchen“ summen los

3. September 2020

Pius-Hospital schafft Betreuungsangebot für Kinder im Krippenalter

Das Pius-Hospital Oldenburg hat die Türen für eine betriebseigene Großtagespflege in der Sonnenstraße geöffnet. Hier haben zehn Kinder im Alter von bis zu drei Jahren Platz zum Spielen, Lernen und Weltentdecken. Mit der neugeschaffenen Einrichtung, die durch den Familienservice Weser-Ems betrieben wird, leistet das Pius-Hospital einen wichtigen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

„Das Ziel, ein eigenes Betreuungsangebot für die Kleinsten zu schaffen, bestand im Pius-Hospital schon seit längerem. Gerade Eltern bzw. insbesondere Müttern von kleinen Kindern, die aus der Elternzeit in den Job wiederkehren, sollte ein entsprechendes Ganztags-Angebot in guter Anbindung zum Arbeitsplatz gemacht werden“, berichtet Personalleiter Alexander Westendorf. In Oldenburg sind Krippenplätze nach wie vor Mangelware. Eine geeignete Immobilie in Innenstadtlage zu finden, gestaltete sich zunächst langwieriger als erhofft. Im Erdgeschoss in der Sonnenstraße 21, circa zehn Minuten fußläufig zum Krankenhaus, wurden die Initiatoren jedoch fündig. Nach einer umfassenden Sanierungs- und Umbauphase ist die Großtagespflege „Pius-Bienchen“ im Juli in Betrieb genommen worden und die ersten Kinder befinden sich in der Eingewöhnungsphase.

Unter ihnen ist auch der anderthalbjährige Finn. Der Sohn von Jürgen Köhler, Oberarzt in der Klinik für Thorax-, Gefäß- und endovaskuläre Chirurgie und seiner Lebensgefährtin Teresa Eilers fühlt sich nach wenigen Wochen in der Einrichtung bereits sehr wohl. „Das Spielen und Toben ist für Finn die schönste Form das Leben zu erforschen. Dies können die Pius-Bienchen wunderbar umsetzen“, freut sich Jürgen Köhler.

„Als moderner Arbeitgeber sind wir sehr froh, dass wir mit diesem wichtigen Baustein unser Angebot zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erweitern konnten. Die Eltern wissen ihre Kinder in der Nähe und vor allem in guten Händen. So fällt der Wiedereinstieg in den Job leichter und gibt den Eltern in der Gestaltung ihrer Work-Life-Balance hoffentlich etwas Luft“, fasst Geschäftsführerin Elisabeth Sandbrink das neue Angebot zusammen.

„Die Biene als Symbol für eine farbenfrohe Welt und für biologische Vielfalt hat uns bei der Namensgebung für unsere Einrichtung inspiriert!“, erläutert Andrea Jahnke aus der Personalabteilung das Motto-Tier der neuen Pius-Großtagespflege. „Wir verdanken ihr Honig, Früchte und Blumen sowie der ‚Ober-Biene‘ Maja manch schöne Kindheitserinnerung. Und: Viele ‚fleißige Bienen‘ trifft man im Pius-Hospital ja ohnehin an jeder Stelle.“

Für die praktische Umsetzung und das pädagogische Konzept der Einrichtung konnte der Familienservice Weser-Ems gewonnen werden. „Wir können auf langjährige Erfahrungen besonders im Bereich der Kleinkindbetreuung zurückgreifen und betreiben in Oldenburg und Ostfriesland bereits 25 vergleichbare Einrichtungen mit viel Herzblut“, so Marion Wellnitz, Pädagogische Leiterin des Familienservices.

Kinderbetreuung im Pius-Hospital

20 neue Pflege-Profis

17. Juli 2020

Examen im Pius-Hospital unter Corona-Bedingungen erfolgreich absolviert

Etwas anders als sonst üblich wurde in diesem Juli das Examen der Gesundheits- und Krankenpflegeschule im Pius-Hospital abgenommen – jedoch nicht minder erfolgreich: 20 der auf dem Arbeitsmarkt so dringend benötigen Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger sind nun bestens auf ihr weiteres Berufsleben vorbereitet.

„Unter anderem konnten die praktischen Prüfungen aufgrund der aktuellen Lage dieses Mal nicht auf den Stationen durchgeführt werden“, berichtet Birgit Burkhardt, Leiterin der Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Pius-Hospital. „Also haben wir unsere Übungsräume dafür mitgenutzt.“ Auch die Feierlichkeiten rund um das Examen waren von den Hygiene- und Abstandsregeln bestimmt, so dass die sonst übliche fröhliche Stimmung etwas gedämpft wurde. „Unsere Absolventinnen und Absolventen haben alles sehr gut gemeistert und können stolz auf sich sein“, so Burkhardt. „Die Corona-Bedingungen schmälern nicht die Anerkennung und Wertschätzung für das Erreichte.“

Von den frisch examinierten 15 Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und fünf -pflegern stammen zwölf aus dem Pius-Hospital, sechs aus dem Marienhospital Friesoythe und zwei aus dem Johanneum in Wildeshausen. Die praktische Ausbildung verantworteten die jeweiligen Häuser vor Ort – mit der Ausnahme eines Moduls, welches wie der komplette theoretische Unterricht für alle Schülerinnen und Schüler im Pius-Hospital durchgeführt wurde.

Informationen zur Pflegeausbildung im Pius-Hospital sind über Birgit Burkhardt unter 0441/229-1200 oder birgit [todd] burkhardtatpius-hospital [todd] de erhältlich.

Mit Abstand die Besten: Pflegeexamen im Pius-Hospital im Juli 2020

Den Antikörpern auf der Spur

15. Juli 2020

Pius-Hospital Oldenburg führt großangelegte Mitarbeiterstudie zu SARS-CoV-2 durch

Durch ihre Tätigkeit und dem damit verbundenen potentiellen Kontakt zu Patienten mit einer Covid-19-Infektion gehören Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Krankenhäusern zur Infektionsrisikogruppe. In einer Studie des Pius-Hospitals sollen so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Oldenburger Krankenhauses wie möglich auf Antikörper gegen den Erreger SARS-CoV-2 im Blut getestet werden. Können diese Antikörper in ihrem Blut festgestellt werden, kann dies ein Hinweis darauf sein, dass entsprechende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht haben, möglicherweise ohne dass dies zum entsprechenden Zeitpunkt festgestellt wurde – weil entweder keinerlei oder atypische Symptome verspürt wurden. „Die Ergebnisse sind von großer Bedeutung, um den Verbreitungsgrad der Infektion festzustellen und die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen besser einordnen zu können. Auch im Hinblick auf mögliche zukünftige Pandemien ließen sich entsprechende Konsequenzen für unser Handeln ableiten“, erklärt Haitham Mansour die Beweggründe für die Studie. Diese wurde von der Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie und der Universitätsklinik für Viszeralchirurgie initiiert und von der Letztgenannten finanziert. Der Facharzt für Viszeralchirugie befasst sich mit dieser Fragestellung im Rahmen einer Doktorarbeit. Deutschlandweit führen derzeit zahlreiche Forschungseinrichtungen – allen voran das Robert-Koch-Institut – serologische Untersuchungen in großangelegten Studien durch. In Oldenburg und Region ist dies die erste dieser Größenordnung. Alle 1.350 Pius-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter können und sollen an der Studie teilnehmen. Hierfür führen die Forschenden in den Zeiträumen im Juni/Juli, September/Oktober und Januar 2021 Bluttests samt einer schriftliche Befragung durch. „Bei Testpersonen mit einem positiven Resultat, informieren wir die entsprechenden Mitarbeiter über das Ergebnis“, so Mansour. „Diejenigen haben ja ein berechtigtes Interesse daran, zu wissen, ob sie – zumindest für eine gewisse Zeit – immun sind“, erklärt der Pius-Arzt. „Das Interesse an der Studie ist sehr groß. Wir sind sehr froh über die hohe Teilnahmebereitschaft unter den Mitarbeitenden“, freuen sich Klinikdirektor Prof. Dr. med. Dirk Weyhe (Universitätsklinik für Viszeralchirurgie) und -direktorin Dr. med. Regina Prenzel (Klinik für Innere Medizin, Pneumologie und Gastroenterologie). Das Studienteam sieht sich auf einem sehr guten Weg, die angestrebten 1.000 freiwilligen Teilnehmer für die Studie zu rekrutieren. Es ist bisher nicht bekannt, wie viele Menschen in Deutschland eine Infektion tatsächlich durchgemacht haben und damit immun sind. Laut dem Robert-Koch-Institut gehen Experten derzeit davon aus, dass genesene Patienten nur ein geringes Risiko haben, ein zweites Mal an COVID-19 zu erkranken. Erste Studien haben gezeigt, dass Personen nach durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion spezifische Antikörper entwickeln, die das Virus in Labortesten neutralisieren können.

Die Studie ist beim Robert Koch-Institut angemeldet:
Übersicht Antikörperstudien in ausgewählten Bevölkerungsgruppen

Antikörperstudie Pius-Hospital Oldenburg
Letzte Aktualisierung: 27.10.2020