Bücherei

In unserer Bücherei im Erdgeschoss können Sie kostenlos Romane, Sachbücher/Ratgeber, Hörbucher – bei Bedarf mit CD-Player –, Zeitschriften und Gesellschaftsspiele ausleihen. Der Bestand wird laufend aktualisiert. Fragen Sie gern nach Neuerscheinungen oder aktuellen Bestsellern. Unsere Mitarbeiterin Anne Rathmann berät Sie gerne und sucht Ihnen passenden Lesestoff heraus – ob in der Bücherei oder per Bücherwagen auf Ihrer Station. Auch Angehörige und Besucher sind in unserer Bücherei herzlich willkommen.

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag: 9.00 - 10.00 Uhr und 12.30 - 14.30 Uhr
Freitag: 9.00 - 10.00 Uhr und 12.30 - 13.30 Uhr

Liste der Medien in unserer Bücherei

Bücherfrühling und Bücherzauber

Liebe Leserinnen und Leser,

da in diesem Jahr unsere beiden Buchvorstellungen im Pius-Hospital leider ausfallen, hat sich Helga Habsch bereit erklärt, eine Bücherliste mit ihren persönlichen Anmerkungen zu erstellen und uns auf diesem Wege für ihre Buchfavoriten zu begeistern. Den geballten Lesestoff für den Herbst und Winter finden Sie auch auf einem Büchertisch bei der Buchhandlung Brader (inkl. Versandservice).

Ich wünsche Ihnen alles Gute, Gesundheit und viel Spaß beim Lesen!

Herzliche Grüße

Ihre Anne Rathmann

Aktuelle Lese-Empfehlungen aus dem Pius-Hospital:

Sachbuch-Tipp: „Ellen Ammann – Eine intellektuelle Biographie“ von Gunda Holtmann

Noch Anfang der 1990er Jahre schien Ellen Ammann fast vergessen. Obgleich das Interesse an ihrer Person in den letzten zwanzig Jahren durchaus gewachsen ist, gehört Ellen Ammann immer noch zu jenen Persönlichkeiten, die in der historischen Bildungs- und Biographieforschung bislang wenig Beachtung gefunden haben, beziehungsweise nicht adäquat gewürdigt wurden. Ellen Ammann gilt im Allgemeinen als eine der Pionierinnen der Sozialen Arbeit in der katholischen Frauenbewegung um die Wende zum 20. Jahrhundert. Die gebürtige Schwedin kam 1890 nach München und engagierte sich nach der Familiengründung ab 1895 im sozialen Bereich und trat für Bildungsfreiheit und Gleichberechtigung von Frauen im Beruf und öffentlichem Wirken ein. Ammann hat sich Zeit ihres Lebens sowohl sozial als auch christlich aktiv eingebracht. Ihr soziales Interesse war im Grunde genommen in ihrem christlichen Glauben begründet. Ammann setzte sich nicht nur mit den geistigen, politischen, pädagogischen und religiösen Themen und Gravamina ihrer Zeit auseinandersetzte, sondern wirkte auch bei entscheidenden politischen und sozialen Reformen mit. Die vorliegende Biographie zeichnet Ellen Ammanns intellektuelles Leben, ihre geistige Arbeit nach und stellt ihre Denk- und Lebenswege im Kontext der katholischen Frauenbewegung dar. (Verlag)

Die Autorin dieses Werks ist die Pastoralreferentin Dr. Gunda Holtmann, katholische Seelsorgerin im Pius-Hospital. Ihre detailreiche und fachlich präzise geschriebene Biografie über eine außerordentliche Frau ist ihr perfekt gelungen. Ein Schatz für Leserinnen und Leser, die Interesse an Frauenbewegungen und Emanzipation haben. Gunda Holtmann hat es geschafft, das Wirken der Ellen Ammann zum Leben zu erwecken, sie zu würdigen und ihr einen größeren Stellenwert zu geben.

Ergon Verlag, 282 S., € 45,00 

Roman-Tipp: „Die Schule am Meer" von Sandra Lüpkes

Juist, 1925: Tatkräftig und voller Ideale gründet eine Gruppe von Lehrern am äußersten Rand der Weimarer Republik ein ganz besonderes Internat. Mit eigenen Gärten, Seewasseraquarien und Theaterhalle. Es ist eine eingeschworene Gemeinschaft: die jüdische Lehrerin Anni Reiner, der Musikpädagoge Eduard Zuckmayer, der zehnjährige Maximilian, der sich mit dem Gruppenzwang manchmal schwer tut, sowie die resolute Insulanerin Kea, die in der Küche das Sagen hat. Doch das Klima an der Küste ist hart in jeder Hinsicht, und schon bald nehmen die Spannungen zu zwischen den Lehrkräften und mit den Insulanern, bei denen die Schule als Hort für Juden und Kommunisten verschrien ist. Im katastrophalen Eiswinter von 1929 ist die Insel wochenlang von der Außenwelt abgeschlossen. Man rückt ein wenig näher zusammen. Aber kann es Hoffnung geben, wenn der Rest der Welt auf den Abgrund zusteuert?

Spannende Inselgeschichte, biografisch in einen Roman verpackt, kann sich Juist zu Beginn der Nazizeit leider auch nicht mit Ruhm bekleckern. Lesenswert.

Kindler Verlag, fest gebungen, 576 S., € 22,00 

Krimi-Tipp: „Sophia oder Der Anfang aller Geschichten“ von Rafik Schami

Heimweh zieht Salman nach vielen Jahren im Exil in seine Heimatstadt Damaskus zurück. Er verlässt sich auf eine Generalamnestie, nicht ahnend, dass sein Cousin Elias, ein hochrangiger Geheimdienstoffizier, ihn in eine Falle gelockt hat: Elias will Lösegeld erpressen und Salman dann in den Folterkellern verschwinden lassen. Salman gelingt es, rechtzeitig unterzutauchen, aber wie soll es weitergehen? Da erinnert sich seine Mutter Sophia an ein Versprechen ihrer Jugendliebe Karim - jetzt wird sich zeigen, ob er zu seinem Wort stehen kann. Liebe, Drama, Spannung, Poesie, Tragödie, auch dieser Roman ist ein echter Schami: hochunterhaltsam und dabei im besten Sinne aufklärerisch.                                                                                                                             

Rafik Schami schildert in einer wunderbaren Sprache die Lebens- und Kulturgewohnheiten seines Geburtslandes. Er berichtet von kleinen und großen Begebenheiten, den unglaublichen Schwierigkeiten der Syrer und lässt zwei Geschichten in einander fließen, um dann sehr gelungen den Spannungsbogen zum Krimi aufzubauen. Nach diesem Buch ist man sprachlos über die Knechtung des Regimes in Syrien und kann noch besser die Rebellion der Menschen und deren Flucht verstehen. Grandios!

dtv-Verlag, kartoniert, 480 S., € 12,90

Sachbuch-Tipp: „Leben Schreiben Atmen – Eine Einladung zum Schreiben“ von Doris Dörrie

Schreiben heißt für Doris Dörrie, das eigene Leben bewusst wahrzunehmen. Wirklich zu sehen, was vor unseren Augen liegt. Oder wiederzufinden, was wir verloren oder vergessen haben. Es ist Trost, Selbstvergewisserung, Anklage, Feier des Lebens. Doris Dörrie denkt in diesem einzigartigen Buch über das autobiographische Schreiben nach, gibt Tipps und kreative Anleitungen. Und sie legt gleich selbst los und erzählt hinreißend ehrlich von ihrem eigenen Leben. 

Praktische Lebenshilfe unterhaltsam verpackt, die vergnüglichen Lesespaß bereitet und zum Ausprobieren animiert.        

Diogenes Verlag, 276 S., € 18,00 

Buchtipp von Elisabeth Sandbrink: „Gegen den Hass“ von Carolin Emcke

Texte, die sie bewegen, lesen Persönlichkeiten aus Oldenburg und Region auf Einladung des Forum St. Peter bei der Veranstaltungsreihe „Mittagspause der besonderen Art“ vor. Für einen Termin im Juni wurde Elisabeth Sandbrink  gebeten, 30 Minuten vorzulesen und in einen anschließenden Austausch mit Pfarrer Michael Heyer zu treten. Dieser Bitte kam die Pius-Geschäftsführerin gerne nach und entschied sich, ein Kapitel aus dem Buch „Gegen den Hass“ der Schriftstellerin Carolin Emcke vorzutragen.

Carolin Emcke, eine der wichtigsten Intellektuellen der Gegenwart, äußert sich in ihrem engagierten Essay zu den großen Themen unserer Zeit: Rassismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit. In der zunehmend polarisierten, fragmentierten Öffentlichkeit dominiert vor allem jenes Denken, das Zweifel nur an den Positionen der anderen, aber nicht an den eigenen zulässt. Diesem dogmatischen Denken, das keine Schattierungen berücksichtigt, setzt Carolin Emcke ein Lob des Vielstimmigen, entgegen — weil so die Freiheit des Individuellen und auch Abweichenden zu schützen ist. Für alle, die überzeugende Argumente und Denkanstöße suchen, um eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft zu verteidigen.

Wegen der Corona-Krise fand die Lesung ohne Publikum statt, sie wurde jedoch als Video-Aufzeichnung auf youtube eingestellt. Das Buch ist im S. Fischer Verlag erschienen und kann auch in unserer Pius-Bücherei ausgeliehen werden.

FISCHER Taschenbuch, 272 S., € 12,00

Roman: „Es wird Zeit“ von Ildikó von Kürthy

„Was soll jetzt noch kommen?“ Judith ist fast fünfzig, und auf diese Frage fällt ihr leider keine zufriedenstellende Antwort ein. Die Kinder sind groß, ihr Mann ist in die Jahre gekommen und das Leben auch. Von der Liebe und dem Bindegewebe mal ganz zu schweigen. Dann stirbt ihre Mutter, und Judith kehrt nach zwanzig Jahren in die alte Heimat zurück, wo sie ein gut gehütetes Geheimnis, ein leeres Grab und einen Haufen Hoffnungen, Träume und Albträume zurückgelassen hat. Und plötzlich gerät alles aus den Fugen. Eine lebenslange Lüge stellt sich als Wahrheit heraus. Eine wiedergefundene Freundin hofft, den nächsten Sommer noch zu erleben, und will endlich wissen, was damals wirklich passiert ist. Eine Jugendliebe funkelt vielversprechend, eine Urne macht Umwege, und Judith stellt fest, dass es besser ist, sich zu früh zu freuen, als überhaupt nicht.  

 ROWOHLT VERLAG, 381 S., € 20,00              

Letzte Aktualisierung: 25.11.2020