Zertifizierungen

Zertifizierungen im Gesundheitswesen dienen unter anderem dazu, Patienten in Bezug auf Sicherheit und Qualität medizinischer Einrichtungen oder Untersuchungen eine Orientierung zu bieten. Die Zertifizierung einer medizinischen Einrichtung ist immer ein Prozess, der längere Zeit in Anspruch nimmt. In einigen Fällen kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis alle Kriterien erfüllt sind und ein Zertifikat verliehen werden kann. Alle Zertifizierungen im medizinischen Bereich erfolgen freiwillig. Die Begehungen oder Überprüfungen vor Ort, durch externen Fachexperten (Auditoren), nennt man Audits.

Sowohl extern als auch intern stellen Zertifizierungen eine wichtige Orientierung dar. Für Mitarbeiter wird durch diesen Prozess deutlich, wie hoch die Qualität eines medizinischen Zentrums, einer Einrichtung oder Untersuchung ist und wo gegebenenfalls noch Optimierungsbedarf besteht. Eine Zertifizierung erfolgt stets zeitlich befristet – in regelmäßigen Abständen muss also nachgewiesen werden, dass die Anforderungen noch eingehalten werden beziehungsweise verbessert wurden. Die Auditgespräche im Kreise von internen und externen Experten bieten dabei eine gute Möglichkeit voneinander zu lernen.

Auch für Patienten und deren Angehörige bringen Zertifizierungen so zusätzliche Sicherheit, da ihnen eine dritte, unabhängige Instanz die Qualität einer medizinischen Einrichtung, eines Zentrums oder einer Untersuchung bestätigt. Zum Wohle jedes Patienten wird so ein hohes Maß an Transparenz erreicht.

Seit 2006 ist das Pius-Hospital nach der DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Dieses Gütesiegel bezieht sich auf die Gesamtheit aller Einrichtungen, die das Pius-Hospital ausmacht und spiegelt modellhaft das Qualitätsmanagementsystem wieder. Im Fokus steht dabei stets die Orientierung an unseren Patienten. Hinter der Abkürzung verbirgt sich das Deutsche Institut für Normung (DIN), EN und ISO sind Abkürzungen für europäische und internationale Institute. Hinter der Nummer 9001 steckt die Nummer der Norm. Die 2015 am Schluss besagt das Jahr ihrer letzten Fassung. Die Zertifizierung durch die DIN EN ISO 9001 ist jeweils für drei Jahre gültig. Danach muss eine erneute Überprüfung, die so genannte Re-Zertifizierung stattfinden, die das Pius-Hospital letztmalig im Mai 2018 erfolgreich absolviert hat.

Ziel einer optimalen Schmerztherapie im Krankenhaus ist es, Schmerzen so weit wie möglich einzudämmen und dabei auch eventuelle Nebenwirkung weitestgehend auszuschließen, unabhängig davon, ob die Schmerzen unmittelbar vor, während und nach einer Operation auftreten oder Folge langjähriger Erkrankung sind. Das Empfinden von Schmerz ist jedoch stets subjektiv und muss daher vom Patienten selbst eingeschätzt werden, um eine adäquate Versorgung mit schmerzstillenden Mitteln zu gewährleisten. Deshalb ist eine individuell abgestimmte Schmerztherapie auf der Grundlage der nationalen S3-Leitlinie „Akut-Schmerztherapie“ sowie des „Expertenstandards Schmerzmanagement in der Pflege“ für jede Patientin und jeden Patienten notwendig. Um dies sicherzustellen, hat sich das Pius-Hospital im Mai 2011 dem Zertifizierungsverfahren „Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie“ vom TÜV Rheinland gestellt – mit Erfolg. Hierbei wurde das professionelle Schmerzmanagement von Ärzten und Pflegenden einer eingehenden Überprüfung durch externe Auditoren unterzogen. Die Zertifizierung belegt so, dass Ärzte und Pfleger in sämtlichen Bereichen des Pius-Hospitals das Schmerzmanagement konsequent umsetzen.

Innerhalb des Pius-Hospitals bestehen mehrere medizinische Zentren, die sich auf die Behandlung von Krebserkrankungen spezialisiert haben. Alle Krebszentren im Pius-Hospital sind durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden: Das Brustzentrum bereits seit 2003, das Gynäkologische Krebszentrum seit 2008 sowie seit 2009 das Prostatazentrum (Kooperation mit dem Klinikum Oldenburg). Das Zertifizierungsaudit des Lungenkrebszentrums erfolgte 2010. Im Jahr 2011 ist die Zertifizierung des Viszeralonkologischen Zentrums mit den Modulen Darmkrebs und Pankreaskrebs nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft durchgeführt worden. 2018 folgte zusätzlich das Modul Magenkrebs. Zentren, die eine Zertifizierung durch die DKG erhalten möchten, benötigen eine vorherige Zertifizierung nach internationalen technischen Standards (wie zum Beispiel durch die ISO 9001). Erst danach ist es möglich, sich einem Zertifizierungsaudit durch die Deutsche Krebsgesellschaft selbst sowie durch eine bereichs- oder organspezifische Fachgesellschaft zu unterziehen. Jedes Zentrum muss dabei beispielsweise seine Erfahrung und Kompetenz in der Behandlung von Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen vorweisen können, sowie die geforderten fachlichen Anforderungen, wie Zusammenarbeit, Qualifikation, definierte Abläufe, etc. erfüllen u. Eine Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft muss alle drei Jahre wiederholt werden.

Zertifizierte Krebszentren im Pius-Hospital

Internetportal der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG)

Das Brustzentrum nach EUSOMA zertifiziert, ein Gütesiegel, das europaweit gültig ist. Um diese Zertifizierung zu erlangen, überprüfen Experten aus europäischen Ländern, ob in einem Brustzentrum alle für eine Brustkrebstherapie benötigten Fachdisziplinen vorhanden sind und inwieweit diese miteinander interdisziplinär zusammenarbeiten. Nach fünf Jahren steht eine erneute Überprüfung an, diesmal mit Schwerpunkt auf der Behandlungsqualität. Dies bedeutet, dass beispielsweise die Rückfallquote bei Patientinnen analysiert wird oder wie hoch der Anteil an brusterhaltenden Operationen im Brustzentrum war.

Oldenburger Brustzentrum im Pius-Hospital

Gastroskopie und Koloskopie gehören zu den Untersuchungsverfahren im Bereich der Gastroenterologie, die am häufigsten durchgeführt werden. Um hier eine gleichbleibend hohe Qualität zu erhalten, bietet die Norddeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie gemeinsam mit dem TÜV Nord Cert GmbH deren Zertifizierung an. Am Pius-Hospital sind diese beiden Untersuchungsmethoden, die von der Klinik für Innere Medizin durchgeführt werden, seit 2006 zertifiziert. Hierfür müssen in einem ersten Schritt detaillierte Angaben – zum Beispiel über Qualifikationen und Fortbildungen des Fachpersonals oder auch über die Ausstattung der Abteilung – gemacht werden. In einem weiteren Schritt erfolgt dann im so genannten Audit vor Ort eine Beurteilung der Qualität der Untersuchungen, indem der Auditor bei mehreren Koloskopien und Gastroskopien anwesend ist. Eine Zertifizierung muss alle drei Jahre wiederholt werden. Außerdem muss zusätzlich jedes Jahr ein so genanntes Überwachungsaudit erfolgen.

Norddeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie e.V. (NDGG e.V.)

Das Pius-Hospital erhielt im Rahmen der „Aktion Saubere Hände“ mit einem Gold-Zertifikat für 2018 und 2019 die höchstmögliche Auszeichnung für das erfolgreiche Umsetzen von Maßnahmen und Qualitätsstandards zur Verbesserung der Händedesinfektion. Nur 41 von 1.069 teilnehmenden Krankenhäusern in ganz Deutschland erreichten bisher diesen Status.

Die Hände von Krankenhausmitarbeitern sind die wahrscheinlichsten Überträger von Krankheitserregern, da sie beim Kontakt mit den Patienten und ihrer Umgebung mit krankmachenden Erregern kontaminiert werden. Die wichtigste Gegenmaßnahme ist die hygienische Händedesinfektion, da sie sowohl die Übertragung der Erreger auf andere Patienten wie auch die Besiedlung der Mitarbeiter selber verhindert. 

Um diese an sich einfache Maßnahme konsequent anzuwenden, gibt es seit 2008 die „Aktion Saubere Hände“ – eine nationale Kampagne zur Verbesserung der Händedesinfektion in deutschen Gesundheitseinrichtungen. Diese wird auch im Pius-Hospital mit großem Engagement und breiter Unterstützung umgesetzt. Eine Lenkungsgruppe, bestehend aus dem Direktorium des Krankenhauses, Helmut Holthaus als Hygienefachkraft und Projektleiter und Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Instituts für Krankenhaushygiene Oldenburg, koordiniert die Kampagne, bewertet jährlich die Ergebnisse und legt die Ziele für das Nachfolgejahr fest.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite des Instituts für Krankenhaushygiene Oldenburg und unter Aktion Saubere Hände.

Seit 2013 besteht das EndoprothetikZentrum der Maximalversorgung am Pius-Hospital, das diese Zertifizierung durch die EndoCert-Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) erhalten hat. Damit hat es seine Ziele der Qualitätssicherung und der Verbesserung der Struktur- und Prozessqualität erreicht. Jährliche Überprüfungen (Audits) und alle drei Jahre durchgeführte Rezertifizierungsaudits durch unabhängige Gutachter gewährleisten die dauerhafte Erfüllung der Kriterien für ein solches Zentrum.

Internetseite endoCert

 

In vielen Bereichen der Medizin sind in den letzten Jahren krankheitsorientierte interdisziplinäre Kompetenzzentren gebildet worden. Seit 2003 bietet die Deutsche Gesellschaft für Gefässchirurgie und Gefäßmedizin in Kooperation mit der Private Akademie DGG die Möglichkeit an, Gefäßzentren zu zertifizieren. Auch das Oldenburger Gefäßzentrum im Pius-Hospital verfügt über eine entsprechende Qualifizierung, die sich an den personellen, apparativen und therapeutischen Standards der DDG orientiert. Die Zentrumsbildung trägt zur Verbesserung der Qualität durch fachübergreifende Patientenversorgung und zu einer stärkeren Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung bei. Die Partner des Gefäßzentrums bekennen sich zu einer patientenbezogenen multimodalen evidenzbasierten Diagnostik und Therapie als Grundgedanke eines Gefäßzentrums.

Oldenburger Gefäßzentrum

Weitere Informationen sowie das Anforderungsprofil für ein Gefäßzentrum finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Gefässchirurgie und Gefäßmedizin.

 

Das Kompetenzzentrum für Schilddrüsen- und Nebenschilddrüsenchirurgie im Pius-Hospital wurde 2015 von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V. zertifiziert ist damit eines von deutschlandweit 39 Kompetenzzentren auf diesem Gebiet. Ein hochspezialisiertes Team der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie bietet den Patienten in interdisziplinärer Zusammenarbeit mit anderen Kliniken des Hauses, beispielsweise der Nuklearmedizin, der Onkologie und der Radiologie, sowie niedergelassenen Spezialisten und Hausärzten eine sichere Diagnose und optimale Behandlung bei gut- oder bösartigen Erkrankungen der Schilddrüse und Nebenschilddrüsen.

Internetseite Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie e.V.