Schule für Pflegefachberufe

Die Schule

Insgesamt 14 Lehrkräfte in der Theorie, zwei freigestellte und zahlreiche Praxisanleitende auf den Stationen bilden die derzeit rund 190 Schülerinnen und Schüler aus. Gegründet wurde die Schule 1929, alles fing ganz klein an: gerade einmal 18 Ausbildungsplätze standen zur Verfügung. Die Ausbildung war damals nicht einheitlich geregelt und es gab keinen verbindlichen deutschlandweiten Abschluss. Heute dauert die Ausbildung drei Jahre und endet mit einem staatlichen Examen. Erst das erfolgreiche Bestehen der sieben Prüfungsanteile in Theorie und Praxis berechtigt zum Führen der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann.

Durch die Kooperation mit zwei weiteren Ausbildungskrankenhäusern und der Mitgliedschaft im Ausbildungsverbund Oldenburg und Region hat die Schule heute eine Ausbildungskapazität von rund 200 Plätzen. Zweimal im Jahr beginnt zum 01.03. und zum 01.08. ein neuer Kurs, in dem die Pflegefachmänner und -frauen in den Krankenhäusern Pius-Hospital Oldenburg, dem St. Marien-Hospital in Friesoythe und dem Johanneum in Wildeshausen sowie weiteren kooperierenden Einrichtungen ausgebildet werden.

Fundiertes Wissen

Durch den medizinischen und pflegerischen Fortschritt und die sich daraus ergebenden erhöhten Anforderungen an das Pflegepersonal veränderte sich die Ausbildung. Wurden im Gesetz zur Ordnung der Krankenpflege von 1938 noch 200 Stunden in Theorie und Praxis festgeschrieben, so sind es heute 2.100 Stunden in der Theorie und 2.500 Stunden in der Praxis. Ausgebildet werden die angehenden Pflegefachfrauen und -männer im Wechsel von Blockunterricht und Praxisphasen. Die Ausbildung beginnt mit einem siebenwöchigen theoretischen Einführungsblock. In dieser Zeit werden die Schülerinnen und Schüler intensiv auf den ersten Praxiseinsatz vorbereitet.

Erfahrungen sammeln

Sechs Monate dauert die Probezeit. Schon in dieser Phase werden die Auszubildenden bereits in der Theorie an den Klinikalltag herangeführt. Ein besonderer Ort der Vorbereitung ist das Skills-Lab, eine Art Labor. Dieser Übungsraum, der einem Patientenzimmer  mit Waschecke und einem Dienstzimmer nachgestellt ist, lässt die echte Berufswelt nachempfinden. Die Patienten werden dabei durch Simulationspuppen ersetzt.

Neben verschiedenen Trainings, beispielsweise Ermittlung der Vitalfunktion, Hilfe bei der Körperpflege oder Unterstützung bei der Mobilität, spielt vor Allem der kommunikative Umgang mit den Patienten und dem Behandlungsteam eine wichtige Rolle. Die Auszubildenden lernen z.B. im Rahmen eines Aufnahmeknigges wie wichtig die ersten Sekunden einer Begegnung für das weitere Miteinander ist. Hierbei wird der Grundstein für einen guten Beziehungs- und Vertrauensaufbau zwischen Pflegefachkräften und den zu Pflegenden gelegt. Aber auch Verhaltensstrategien und Lösungsmöglichkeiten mit belastenden Grenzsituationen im Pflegealltag werden thematisiert und bearbeitet. Ein besonderes Angebot hält die Gesundheits- und Krankenpflegeschule am Pius-Hospital in Kooperation mit der Medizinischen Hochschule in Hannover für Schülerinnen und Schüler bereit, die interessiert sind, im Ausland Pflegeerfahrungen zu sammeln. Diese können für vier bis sechs Wochen in einem Krankenhaus im europäischen Ausland arbeiten, eine Förderung über Erasmus + Mobilität ist gegeben.

Jede Menge Wissen fürs Examen

Bis alle Auszubildenden die Urkunde mit der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung Pflegefachfrau/Pflegefachmann in den Händen halten, haben sie ein enormes Wissen und vielfältige Erfahrungen gesammelt. In der Ausbildungszeit werden sie dazu befähigt, die Pflegesituation bei Menschen aller Altersgruppen und in unterschiedlichsten pflegerischen Settings zu erkennen, zu erfassen und zu bewerten und entsprechendes Pflegehandeln daraus abzuleiten. Sie lernen bei der medizinischen Diagnostik und Therapie mitzuwirken und in Notfallsituationen lebensrettende Sofortmaßnahmen einzuleiten. Der Wunsch, Verantwortung zu übernehmen, um den Patienten die bestmögliche individuelle Pflege zukommen zu lassen, wird erfüllt. Vor allem lernen die Auszubildenden aber auch eine Menge über sich selbst und können so ihre persönlichen und sozialen Kompetenzen ausweiten und verbessern. Nach der Ausbildung besteht die Möglichkeit, sich in den unterschiedlichsten Bereichen der Pflege zu spezialisieren, beispielsweise im Ernährungsmanagement, als Demenzcoach oder in der Atmungstherapie. Auch besteht die Möglichkeit, bei entsprechenden Zugangsvoraussetzungen, ein Pflegestudium in den Bereichen Management, Wissenschaft oder Pädagogik zu absolvieren. Der Abschluss Pflegefachmann/Pflegefachfrau ist EU-weit anerkannt, sodass einer Arbeit im europäischen Ausland nichts im Wege steht.

Mehr Erfolg am Pius-Hospital

  • Unterstützung durch Lerncoaching. Hier werden auf Wunsch alle Auszubildenden gefördert, die gute Leistungen erbringen möchten oder noch besser werden wollen.
  • Auf der Internetplattform Moodle.de gibt es die Möglichkeit des E-Learnings sowie Blended-Learnings. Hierbei werden Lehrmaterialien ausgegeben und gleichzeitig Lernergebnisse eingefordert. Zum Teil ist dadurch auch ein Arbeiten von zu Hause aus möglich.
  • Problemorientiertes Lernen (POL) in Arbeitsgruppen spielt eine große Rolle. Dabei widmen sich die Auszubildenden gemeinsam einem bestimmten Thema, beispielsweise den Bereichen Schlafen oder Dekubitusprophylaxe.
  • In der 6-Schritt-Methode der kollegialen Beratung nach Kim-Oliver Tietze unterstützen sich die Schülerinnen und Schüler gegenseitig. Gemeinsam lösen sie Probleme oder diskutieren besondere Situationen im Praxisalltag.
  • Mit dem Förderprogramm Erasmus+ sind Auslandsaufenthalte in anderen Einrichtungen möglich.

Weitere Informationen rund um die Bewerbung finden Sie hier.
Und noch ein Link zu unseren FAQ‘s.

Letzte Aktualisierung: 03.07.2020