Sowohl medizinisch als auch baulich setzt der neue Zentral-OP wichtige Impulse. „Digitalisierung, künstliche Intelligenz und robotergestützte Assistenzsysteme eröffnen neue Möglichkeiten, operative Verfahren weiter zu optimieren“, so Prof. Dr. Dirk Weyhe, ärztlicher Vorstand und Direktor der Universitätsklinik für Viszeralchirurgie. „Mit dem vergrößerten Zentral-OP schaffen wir optimale räumliche und technische Voraussetzungen, um diesen Entwicklungen, die das Pius-Hospital maßgeblich vorantreibt, Rechnung zu tragen.“ Die Baumaßnahmen zielten darauf ab, eine Infrastruktur zu schaffen, die nicht nur aktuellen technischen Standards entspricht, sondern dauerhaft tragfähig ist – für hochkomplexe operative Medizin, für sichere Prozesse und für die Menschen, die täglich in diesem System arbeiten. Das Ziel wurde erreicht: Die Teams der Anästhesie, Viszeralchirurgie, Orthopädie, Thorax- und der Gefäßchirurgie finden im Zentral-OP des Pius-Hospitals eine bis ins Detail durchdachte Arbeitsumgebung vor, um Patienten fortschrittlich und sicher behandeln zu können.
Von modularen Wand- und Deckenpanelen, deckengebundenen Versorgungseinheiten über schattenfreie Lichtdecken und gleitsichtfreundliche Monitore bis hin zur leistungsstarken Infrastruktur für das interaktive Videostreaming, z.B. in die Vorlesung oder Tumorkonferenz hinein, haben die Planerinnen und Planer an viele Details gedacht. „Wir haben die ursprüngliche OP-Struktur noch einmal komplett überarbeitet und den aktuellen Anforderungen angepasst. Dabei haben wir in dem alten Gebäudebestand von 1930 bis 1982 große statische und brandschutztechnische Herausforderungen mit unserem Planungsteam gemeistert“ stellt Tobias Kuhl, Leiter Baumanagement fest. Damit soll sich das Arbeiten in diesem anspruchsvollen Bereich ebenso effizient wie angenehm darstellen. „Die Fertigstellung des neuen Zentral-OPs ist ein großer Schritt für unser Haus und ein starkes Zeichen für die universitätsmedizinische Versorgung im Nordwesten“, erklärt Nadine Krefeld, kaufmännische Vorständin. „Mit dieser wichtigen Investition stärken wir nachhaltig unsere Leistungsfähigkeit und schaffen beste Voraussetzungen für eine moderne, sichere und patientenorientierte Versorgung. Alle involvierten Bereiche haben hier fantastische Arbeit geleistet.“
Der neu sanierte OP-Bereich befindet sich an gleicher Stelle wie der frühere Zentral-OP. Er wurde nach der Inbetriebnahme des direkt angrenzenden 2021 eröffneten F-Flügels mit vier OP-Sälen und entsprechenden Einleitungsräumen, stillgelegt. Entlang einer zentralen Erschließungsachse reihen sich nun die neuen und bestehenden Säle auf und gehen nahtlos in den ambulanten OP-Bereich über. Während der Bauphase musste der alte OP-Teil vollständig vom laufenden Betrieb getrennt werden, sodass zwei parallele OP-Einheiten mit eigener Logistik, Infrastruktur und OP-Plänen betrieben wurden. „Ein Kraftakt für das gesamte Team, den wir aber gemeinsam bewältigt haben“, fasst Andreas Luttmann, OP-Koordinator, zusammen. „Jetzt freuen wir uns umso mehr über die neue Phase mit großer Fläche und wieder vereinfachten Abläufen.“ Parallel zu den Arbeiten am „Herzstück“ des Hauses wurde im Geschoss über dem OP die Lüftungsanlage erneuert. Durch präzise gesteuerte Luftströme, hocheffiziente Filtertechnologie und kontinuierliche Qualitätsüberwachung schafft sie ein Umfeld, das höchsten hygienischen Anforderungen gerecht wird und optimale Bedingungen für sichere chirurgische Eingriffe gewährleistet.
„Unsere Kliniklandschaft steht vor großen Herausforderungen“, erklärt Niedersachsens Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi. „Baumaßnahmen im Bereich der Infrastruktur sind wichtig, damit Krankenhäuser zukunftsfähig bleiben. Als Land unterstützen wir diese Maßnahmen mit Mitteln aus dem Krankenhausinvestitionsprogramm. Ich bin beeindruckt von den zahlreichen Neuerungen, die hier in Oldenburg umgesetzt wurden. Davon profitieren die Patientinnen und Patienten unmittelbar.“
Um sich persönlich ein Bild von den modernisierten Strukturen und den erweiterten Kapazitäten zu machen, besuchte der niedersächsische Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi den neu fertiggestellten Bereich. Im Rahmen seines Besuchs überbrachte er einen Teil-Förderbescheid des Landes Niedersachsen über 7,6 Mio. Euro aus der Gesamtförderung für das übergeordnete Bauprojekt „Neubau F-Flügel und Umstrukturierung Zentral-OP“ mit weiteren Stationen und Bereichen. Denn die Maßnahmen sind noch nicht abgeschlossen. Der Inbetriebnahme des Zentral-OPs folgt direkt der nächste Bauabschnitt, im dem die angrenzenden Funktions- und Logistikbereiche – darunter OP-Schleusen, Aufwachraum, Umkleiden, weitere Sterilgutlager, Aufenthaltsräume und Bettenwarte – erneuert und teilweise durch Anbauten ergänzt werden. Inklusive des Kern-OPs und der zusätzlich erforderlichen neuen Lüftungszentrale beträgt die Gesamt-Sanierungsfläche Zentral-OP 2.300 Quadratmeter. Im März 2028 sollen die Baumaßnahmen komplett abgeschlossen sein. Das Haus investiert rund 23 Mio. Euro in das seit März 2024 andauernde Bauprojekt.