Informationen rund um die Lungenoperation

Hinweise zu Medikamenten vor dem stationären Aufenthalt
Manche Medikamente müssen vor dem Krankenhausaufenthalt für eine gewisse Zeit abgesetzt oder pausiert werden. Das ist wichtig, weil bestimmte Medikamente:
- das Blutungsrisiko erhöhen können,
- die Nieren belasten können oder
- das Risiko erhöhen, dass Mageninhalt eingeatmet wird (ärztlich nennt man die Aspiration).
Einige dieser Medikamente wirken noch mehrere Tage, auch wenn sie schon abgesetzt wurden. Deshalb kann es nötig sein, sie bereits einige Tage bis zu einer Woche vor der Aufnahme zu pausieren. Bitte besprechen Sie mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt, ob und wann Sie Ihre Medikamente absetzen sollen. Wenn die Medikamente nicht rechtzeitig abgesetzt werden, kann sich Ihre Behandlung oder Operation verzögern.
Zu den Medikamenten, die das Blutungsrisiko erhöhen können und daher frühzeitig abgesetzt werden müssen, zählen:
- ASS (Acetylsalicylsäure): Falls ASS lediglich zur Vorbeugung eingenommen wird, sollte es eine Woche vor dem geplanten Aufenthalt pausiert werden. Bei Einnahme aufgrund einer arteriellen Verschlusskrankheit oder einer koronaren Herzerkrankung, sollte ASS weiter eingenommen werden.
- Marcumar: Dieses Medikament muss eine Woche vor dem Aufenthalt abgesetzt werden. Ziel ist dabei ein Quick-Wert von mindestens 70 % oder ein INR im Zielbereich.
- NOAK (Neue orale Antikoagulanzien, z. B. Apixaban, Rivaroxaban, Edoxaban): Diese Medikamente sollten drei bis fünf Tage vor der Aufnahme abgesetzt werden.
Bitte sprechen Sie in allen Fällen mit Ihrem Hausarzt darüber, ob eine Überbrückung mit Heparin-Spritzen notwendig ist.
- Metformin: Dieses Medikament muss zwei Tage vor dem Aufenthalt abgesetzt werden.
- GLP1-Agonisten (z. B. Dulaglutid [Trulicity], Liraglutid, Semaglutid [Ozempic], Tirzepatid [Mounjaro]): Bei täglicher Anwendung sollten sie am Tag vor dem Aufenthalt pausiert werden, bei wöchentlicher Anwendung bereits in der Woche vor dem Krankenhausaufenthalt.
- DPP4-Hemmer (z. B. Sitagliptin [Xelevia, Januvia, Janumet, Velmetia], Saxagliptin) müssen einen Tag vor dem Aufenthalt abgesetzt werden.
Kontrollieren Sie Ihren Blutzucker regelmäßig und besprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, ob vorübergehend eine Insulintherapie notwendig ist.
Methotrexat: Dieses Medikament sollte zwei Wochen vor dem geplanten Aufenthalt pausiert werden.
Zum Beispiel Ginkgo, Arnika oder Johanniskraut und ähnliche sollten ebenfalls eine Woche vor dem stationären Aufenthalt abgesetzt werden.
Übungsvideos
Diese Videoreihe bietet Erklärungen und fundierte Anleitung zur Atemtherapie und Mobilisation nach thoraxchirurgischen Eingriffen. Entwickelt von Expertinnen und Experten für Ihre sichere und effektive Rehabilitation.
Vertieften Ein - und Ausatmen für Patientinnen und Patienten nach einer Thorax-Operation.
Die Nutzung des Atemröhrchens
Die Nutzung eines „Mediflows“
Stufenweises Atmen z.B. für Patientinnen und Patienten nach einer Thorax-Operation
Schmerzarmes Husten z.B. für Patientinnen und Patienten nach einer Thorax-Operation
Verhaltenes Sekret abhusten
Vertiefte Bauchatmung z.B. für Patientinnen und Patienten nach einer Thorax-Operation
Flugtauglichkeit und Sauerstoffempfehlung nach Lungenoperationen und bei chronischen Lungenerkrankungen
Die Flugtauglichkeit von Patientinnen und Patienten nach Lungenoperationen und bei chronischen Lungenerkrankungen erfordert eine sorgfältige Beurteilung, insbesondere im Hinblick auf die Sauerstoffversorgung während des Fluges.
In Passagierflugzeugen wird ein Kabinendruck erzeugt, der einer Höhe von bis zu 2.438 Metern über dem Meeresspiegel entspricht. Dies führt zu einem Druckabfall von 760 mmHg auf 565 mmHg und damit zu einem Rückgang des Sauerstoffpartialdrucks in der Kabinenluft von 21 % auf 15 %. Bei gesunden Menschen bleibt die arterielle Sauerstoffsättigung bis zu diesem Druckniveau über 90 %.
Patienten mit restriktiven Lungenerkrankungen, wie beispielsweise Lungenfibrose, sollten vor einer Flugreise einem ausreichend langen, moderaten Belastungstest, zum Beispiel einem 6-Minuten-Gehtest, unterzogen werden. Ziel ist es, eine mögliche Sauerstoffunterversorgung unter Belastung frühzeitig zu erkennen. Liegt die Sauerstoffsättigung (SO₂) während des Tests über 95 %, ist in der Regel keine zusätzliche Sauerstoffversorgung erforderlich. Bei Patienten mit einer Transferfaktor-Kohlenmonoxid (TLCO) ≤ 50 % des Sollwerts oder einem arteriellen Sauerstoffpartialdruck (paO₂) ≤ 71 mmHg wird die Durchführung eines Hypoxie-Compliance-Tests (HCT) empfohlen.
Bei obstruktiven Lungenerkrankungen ist bei geringer Belastungsdyspnoe und einer Sauerstoffsättigung in Ruhe von über 95 % keine weitere Klärung notwendig. Liegen die Werte darunter, insbesondere wenn der nach standardisierter Formel errechnete Sauerstoffpartialdruck unter 50 mmHg und die Sättigung unter 85 % unter Kabinendruck sinken, sollte ein 6-Minuten-Gehtest durchgeführt werden und ggf. Sauerstoff für die Reise verordnet werden.
Nach einer operativen Therapie des Pneumothorax mittels Pleurodese ist eine Flugreise nach abgeschlossener Wundheilung in der Regel wieder möglich. Nach unkomplizierten thorakalen Eingriffen ohne postoperative Einschränkungen ist ein Flug möglich, wenn die Lunge vollständig entfaltet ist. Bestehen postoperative Einschränkungen, gelten die oben genannten Grenzwerte und Vorgehensweisen entsprechend den Begleiterkrankungen. Fragen Sie ggf. Ihre Hausärztin/Ihren Hausarzt.
- In den letzten sechs Wochen vor Reiseantritt sollte keine Exazerbation einer Lungenerkrankung aufgetreten sein.
- Die Transportbedingungen der jeweiligen Fluggesellschaft sind zu beachten. Gegebenenfalls ist ein ärztliches Attest oder die Organisation von Sauerstoff an Bord erforderlich.
- Inhalative Medikamente sollten immer griffbereit mitgeführt werden.
- Bei der Reiseplanung ist auch die Lage bzw. die Höhe des Urlaubsortes über dem Meeresspiegel zu berücksichtigen.
- Individuelle Fragen können in einem persönlichen Gespräch beantwortet werden.