Umfassende Diagnostik
Die Voraussetzung für eine passgenaue, optimale Therapieform ist eine gründliche Diagnostik. Die dafür erforderlichen Untersuchungen werden alle in enger, terminlicher Abstimmung von den Expertinnen und Experten der entsprechenden Kliniken im Pius-Hospital durchgeführt. Für Sie bedeutet das: Eine schnelle und sichere Diagnostik bringt Vorteile in der Behandlung und zahlt sich für Ihren Therapieerfolg aus. Je nach Befund können verschiedene Untersuchungen notwendig werden:
- Bronchoskopie, endobronchialer Ultraschall oder Navigations- bzw. CT-gesteuerte Punktion zur Gewebeentnahme, um zytologische, histologische und ggf. auch molekularpathologische Untersuchungen durchführen zu können
- Herz- und Lungenfunktionsprüfungen
- Radiologische Untersuchungen wie z. B. MRT, PET-CT, um das Ausmaß der Erkrankung zu bestimmen
- Minimal-invasive diagnostische, chirurgische Eingriffe wie z. B. Lymphknotenentnahmen oder diagnostische Brustkorbspiegelung (VATS – videoassistierte thorakoskopische Chirurgie) oder CT-gestützte Gewebeentnahmen

Tumorkonferenz des Lungenkrebszentrums
Termin: jeden Dienstag von 13.15 bis 15.15 Uhr
Ort: Pius-Hospital, Demonstrationsraum, Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie
Die Behandlung jeder Patientin wird in interdisziplinären Tumorkonferenzen abgestimmt. Expertinnen und Experten aller beteiligten Fachrichtungen bewerten gemeinsam die Befunde und legen das weitere Vorgehen fest. Alle Entscheidungen werden dokumentiert und stehen dem gesamten Behandlungsteam zur Verfügung. So wird gewährleistet, dass jede Patientin eine individuell passende, fachübergreifend abgestimmte Therapie erhält – von der ersten Diagnose bis zur Nachsorge.
Die Säulen der gegenwärtigen onkologischen Therapie

Eine Operation wird angestrebt, wenn der Tumor hierdurch vollständig zu entfernen ist und die Leistungsfähigkeit der Lunge dies zulässt. Dabei werden je nach Befund minimal-invasive Techniken oder „offene“ Operationsverfahren angewendet. Möglicherweise kann es sinnvoll sein, die Operation nach einer Vorbehandlung (Chemotherapie, Immuntherapie, Bestrahlung oder einer Kombination dieser Verfahren) durchzuführen.

Die Anwendung einer medikamentösen Therapie (Systemtherapie) hängt von den Zell- und Gewebeeigenschaften des Tumorgewebes ab. Dies wird durch eine spezielle Diagnostik, z. B. durch Blutuntersuchungen festgestellt. Diese kann eine Chemo-, Immun- oder auch eine zielgerichtete Therapie umfassen. Häufig wird die Systemtherapie in Kombination mit der Strahlentherapie eingesetzt.

Je nach Art, Größe und Ausbreitung des Tumors werden modernste strahlentherapeutische Verfahren unter maximaler Schonung der gesunden Organe eingesetzt. Die Möglichkeiten reichen von der Zerstörung des Tumorgewebes, über schmerzlindernde Bestrahlungen und diverse weitere Anwendungsbereiche. Nach jedem Beschluss in der Tumorkonferenz erhalten Sie ausführliche Informationen und Beratungsgespräche, um als Patientin und Patient gut aufgeklärt und entscheidungsfähig für die richtige Therapieform zu sein.
Klinische Studien sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Krebszentren. Ob die Teilnahme an einer Studie für Sie infrage kommt, wird in der Tumorkonferenz festgelegt. Die Teilnahme an einer wissenschaftlichen Studie bietet verschiedene Vorteile:
- Zugang zu neuen Diagnostik- und Behandlungsmethoden
- ständige Kontrolle des Therapieerfolgs sowie
- individuelle Betreuung durch das Studienteam

Ist die stationäre Behandlung abgeschlossen, steht Ihnen gesetzlich eine Beratung zu einer Anschlussheilbehandlung zu. Diese ist oft hilfreich für die Rückkehr in den Alltag nach Diagnostik und Therapie einer bösartigen Erkrankung. Nach Abschluss der Behandlung erfolgt die Nachsorge in der Regel bei den zuweisenden Haus- oder Fachärzten. Dabei geht es im Wesentlichen darum, später auftretende Komplikationen der Behandlung oder ein Wiederauftreten der Erkrankung (Rezidiv) frühzeitig zu erkennen.




