Bildinfo: Gratulanten und Wegbegleiter freuten sich über die 20-jährige erfolgreiche Kooperation im Rahmen einer Feier am 30. Oktober: Priv.-Doz. Dr. Lukas Heukamp, Institut für Pathologie und Hämatopathologie; Dr. med. Michael Metz, Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen; Dr. med. Hermann Klasen, früher Onkologie Pius-Hospital, Elisabeth Sandbrink, früher Pius-Geschäftsführung, Dr. med. Burkhardt Otremba, früher Onkologische Praxis Oldenburg; Dr. med. Christoph Kimmich, Klinikum Oldenburg; Dr. med. Daniel Reschke, Onkologische Praxis; Prof. Dr. med. Stephan Schmitz, Berufsverband der Niedergelassenen Hämatologen und Onkologen (BNHO); Ralf-Bodo Kühn, Onkologische Praxis; Nadine Krefeld, Pius-Vorstand; Prof. Dr. med. Frank Griesinger, Onkologie Pius-Hospital

20 Jahre gelebte Kooperation für eine lückenlose Krebsversorgung

Pius-Hospital und Onkologische Praxis Oldenburg feiern Jubiläum

Seit 20 Jahren arbeiten die Universitätsklinik für Innere Medizin — Onkologie im Pius-Hospital Oldenburg und die Onkologische Praxis Oldenburg - Delmenhorst in einer in Deutschland einzigartigen Form der sektorenübergreifenden Krebsversorgung zusammen. Am 30. Oktober feiern beide Einrichtungen das Jubiläum einer Partnerschaft, die weit über die gemeinsame Nutzung von Räumen hinausgeht und heute für eine nahtlose, patientenorientierte Betreuung von Menschen mit Krebserkrankungen steht.

Bereits 2006 bezogen Krankenhaus und Praxis gemeinsame Räumlichkeiten und schufen damit die Grundlage für eine enge Verzahnung von ambulanter und stationärer Onkologie. Mit dem gemeinsamen Umzug in die Grüne Straße 2 im Jahr 2020 wurde die Kooperation weiter gestärkt. Im selben Jahr gründeten beide Einrichtungen zudem die Gesellschaft OnkoKoop, die insbesondere im Therapiebereich zu einer noch engeren personellen Verzahnung führte.

Das Besondere an der Zusammenarbeit ist die organisatorische, personelle und prozessuale Integration der beiden Behandlungspartner. Hierbei wird das Ziel verfolgt, Patientinnen und Patienten während aller Phasen ihrer Erkrankung nahtlos zu begleiten – von der Diagnostik über die Therapie bis zur Nachsorge. Die enge Kooperation zeigt sich unter anderem in der gemeinsamen Nutzung von Labordiagnostik und medizinischen Geräten sowie in der Abstimmung und Durchführung klinischer Studien. Dazu sind die Ärztinnen und Ärzte der Onkologischen Praxis fest in die Tumorkonferenzen der Krebszentren des Pius-Hospitals eingebunden und an den gemeinsamen Therapieentscheidungen beteiligt. Gemeinsam verfügen die Onkologische Praxis Oldenburg und die Universitätsklinik für Innere Medizin — Onkologie im Pius über eine außergewöhnlich hohe ärztliche Expertise: Rund 15 Fachärztinnen und Fachärzte arbeiten in der Krebsmedizin eng vernetzt zusammen. Eine derartige personelle Stärke findet sich selbst an vielen großen Universitätskliniken nur selten. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet dies, dass unterschiedlichste onkologische Kompetenzen unmittelbar in Diagnostik, Therapieplanung und Behandlung einfließen können.

Ein besonders sichtbares Beispiel dieser Verschränkung ist die Onkologische Tagesklinik. Dort werden Patientinnen und Patienten beider Einrichtungen an einem Ort behandelt. Die Betreuung erfolgt durch die Mitarbeiterinnen der OnkoKoop, die gemeinsam mit den ärztlichen Teams von Praxis und Pius-Hospital zusammenarbeiten. Für die Betroffenen entsteht so eine Versorgung „aus einer Hand“.

Die Bedeutung dieses Modells ist in den vergangenen Jahren weitergewachsen. Krebsbehandlungen sind heute hochkomplex und umfassen häufig zahlreiche diagnostische, operative und medikamentöse Schritte, die zwischen verschiedenen Leistungserbringern koordiniert werden müssen. Gleichzeitig stehen viele Bereiche des Gesundheitswesens unter erheblichem Ressourcen- und Kostendruck. Für Patientinnen und Patienten ist es daher längst nicht selbstverständlich, dass Behandlungen über Sektorengrenzen hinweg nahtlos aneinander anknüpfen. Nicht selten müssen Betroffene selbst Termine koordinieren, Informationen weitergeben oder den Überblick über ihre Behandlung behalten.

In Oldenburg wurde dagegen bereits vor zwei Jahrzehnten ein Versorgungsmodell geschaffen, das die Menschen durch den gesamten Behandlungsprozess begleitet. Die Patientinnen und Patienten bleiben jederzeit im Blick der beteiligten Teams und fallen nicht zwischen unterschiedliche Zuständigkeiten. Gerade in einer Lebenssituation, die von Sorgen, Ängsten, Ungewissheit und manchmal auch kritischen zeitlichen Entscheidungen geprägt ist, schafft diese enge Begleitung Sicherheit und Orientierung.

„Krebsbehandlungen können sich aufgrund des medizinischen Fortschritts heutzutage über viele Jahre erstrecken. Gleichzeitig sind sie oftmals hochkomplex und erfordern das enge Zusammenspiel vieler Disziplinen und Versorgungsbereiche“, sagt Prof. Dr. Frank Griesinger, Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin — Onkologie und Verantwortlicher des Cancer Centers im Pius-Hospital Oldenburg. „Unser gemeinsamer Ansatz stellt sicher, dass die Patientinnen und Patienten während des gesamten Behandlungsverlaufs im Blick bleiben und keine Versorgungslücken entstehen. Gleichzeitig arbeiten wir nach denselben wissenschaftlichen Standards (Leitlinien) und auf der Grundlage gemeinsamer Qualitätsansprüche. Das ermöglicht eine Versorgung auf höchstem Niveau und gibt den Betroffenen gerade in einer schwierigen Lebensphase zusätzliche Sicherheit.“ Da die onkologische Therapie zunehmend ambulant erfolgt, ist es für diese Patienten von hohem Wert, im Falle von Komplikationen einen unmittelbaren Zugang zu einer hoch kompetenten stationären Behandlung im Pius-Hospital zu haben, wo sie durch Ärztinnen und Ärzte, die in den gemeinsamen ambulanten Strukturen eingebunden sind, ohne Verlust von Informationen behandelt werden können.

Auch die Partner der Onkologischen Praxis ziehen eine positive Bilanz: „Unsere Zusammenarbeit basiert auf vollstem gegenseitigem Vertrauen und dem gemeinsamen Anspruch, das Beste für die Betroffenen zu erreichen“, betonen Dr. Daniel Reschke und Dr. Ralf-Bodo Kühn. „In den vergangenen 20 Jahren hat sich dieses Modell außerordentlich bewährt. Die enge Abstimmung zwischen Praxis und Krankenhaus ermöglicht schnelle Entscheidungen und kurze Wege. Es ist toll, dass die Begründer dieser Kooperation damals schon das große Potential dieser Synergie erkannt haben. Auch in Zukunft wollen wir unsere erfolgreiche Zusammenarbeit ständig weiterentwickeln und eine hervorragende menschlich zugewandte Krebsbehandlung sicherstellen.“