Seelsorge im Pius

Zu sich finden und Stärkung erfahren

Krankheit ist ein Einbruch in das normale Leben eines Menschen. Ein damit notwendig werdender Klinik–Aufenthalt verstärkt die Situation um einiges. Zum Heilwerden gehört nicht nur die Behandlung eines erkrankten Organs. Seele und Herz bedürfen ebenso einer fürsorglichen und liebevollen Zuwendung und Heilung. Manchmal sind Krankheiten ein Schlüssel, der uns einiges über uns und unser Leben sagen kann und will. Da tut es gut, Menschen zu begegnen, die Zeit und Verständnis zeigen auf dieser unbekannten Wegstrecke des Krankseins, des Hoffens und des Bangens.

Wir, Schwester Barbara Rolfes und Pastor Jürgen Becker, arbeiten als Seelsorger/In im Pius–Hospital und möchten die Patientinnen und Patienten in dieser Zeit begleiten, anhören, beistehen und unterstützen. Im ruhigen, geschützten Raum eines seelsorgerlichen Gespräches können belastende Nachrichten und Ereignisse ausgesprochen und verarbeitet werden, Zuversicht und neuer Lebensmut wachsen.Sehr oft sind Angehörige nicht weniger betroffen als die Patienten, sind aber meist weniger im Blick. Deswegen gilt das Angebot des Gesprächs und der Begleitung selbstverständlich auch für sie. Im Eingangsbereich des Krankenhauses befindet sich die Pius–Kapelle. Als Ort und Raum der Stille und Sammlung, des persönlichen Gebetes, aber auch der regelmäßigen, gottesdienstlichen Feiern können Menschen hier Trost und Stärkung erfahren.

Verantwortliche der Seelsorge im Pius–Hospital:

Schwester Rolfes

Katholische Krankenhausseelsorge
Schwester M. Barbara Rolfes
Telefon 0441 / 229 – 1301


Pastor Becker

Evangelische Krankenhausseelsorge
Pastor Jürgen Becker
Telefon 0441 / 229 – 1302

Selbstverständnis der Seelsorge und Leitbild des Pius–Hospitals

Die Krankenhausseelsorge im Pius–Hospital ist jedem einzelnen Menschen persönlich und individuell zugewandt. Sie versucht darin, Gottes Zusage und Auftrag: "Ich bin da – für jeden Menschen" lebendig und erfahrbar werden zu lassen. Sie versteht sich auf der Basis der christlichen Ethik und des Glaubens überkonfessionell und überreligiös, das heißt: sie ist offen für die Begegnung und Begleitung von Personen anderer Konfessionen und Religionen.

Dieses Selbstverständnis entspricht zugleich dem formulierten Leitbild des Pius–Hospitals:
"Wir achten auf die menschliche Individualität und Würde. Jeder Patient wird von uns mit seinen physischen, psychischen, sozialen und religiösen Bedürfnissen, also ganzheitlich angenommen."

Die Krankenhausseelsorge nimmt sich Zeit, wenn …

  • die Krankheit als einschneidende Veränderung erlebt wird,
  • Sorgen und Ängste überhand nehmen,
  • Einsamkeit aufkommt und man sich vom Lebensalltag abgeschnitten spürt,
  • ein Gesprächswunsch besteht,
  • ein Gegenüber zum Zurückschauen benötigt wird,
  • die Suche nach neuen Lebensschritten ansteht,
  • eine Vergewisserung im Glauben gesucht wird,
  • wenn das Sterben näher rückt,
  • wenn Abschied genommen werden muss

Gemeinsam beten und singen

Regelmäßige Gottesdienste in der Pius–Kapelle:

montags: 18.00 Uhr Vesper (Abendlob)
mittwochs: 19.00 Uhr Eucharistiefeier
samstags: 18.00 Uhr Wortgottesdienst mit Kommunionfeier
an jedem 2. Sonnabend im Monat: 18.00 Uhr evangelischer Gottesdienst mit Abendmahl

Zur Mitfeier sind Patientinnen und Patienten, Angehörige, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und Besucher herzlich willkommen und eingeladen.

Auf Wunsch können Patientinnen und Patienten die Heilige Kommunion oder das Abendmahl auch im Patientenzimmer empfangen. Bitte fragen Sie das Pflegepersonal auf Ihrer Station oder rufen Sie direkt bei der Krankenhausseelsorge an.

Unsere Kapelle im Erdgeschoss ist immer geöffnet. Alle Gottesdienste werden zeitgleich über das Fernsehen (auf Programm 6) übertragen.

In der Bibel wird es bezeugt und Jesus hat es in herausragender Weise vorgelebt: sich denen zuzuwenden, die krank sind und leiden. Er hat uns Menschen den Auftrag gegeben, füreinander da zu sein und dadurch Gottes Zusage: "ich bin da – für jeden Menschen" lebendig werden zu lassen.

Fürsorge für Kranke seit 1871 – ganzheitlich auf christlich–ethischer Grundlage

Das Leitbild des heutigen Pius–Hospitals setzt damit die Linie fort, die seit der Gründung des Hospitals eine prägende Bedeutung hat:

Vor mehr als 140 Jahren wurde in Oldenburg ein Hospital – das bedeutet wörtlich übersetzt "Gasthaus" – für Kranke und hilfsbedürftige Menschen eröffnet. Es trägt seitdem den Namen des damaligen Papstes Pius IX und war zunächst vor allem ein Pflegehospital. Die Patienten brachten ihre Hausärzte mit und sorgten damit selbst für die ärztliche Versorgung. Um ihr körperliches und seelisches Wohlergehen kümmerten sich vier Barmherzige Schwestern des Münsteraner Clemens–Ordens. Seelsorge im christlichen Sinne gehörte also von Anfang an dazu. Schon damals stand dieses Angebot allen Menschen offen. Bereits bei der Gründung des Pius–Hospitals wurde schriftlich festgelegt: "Das religiöse Bekenntnis eines Kranken oder eines Hilfsbedürftigen ist ohne Einfluss auf die Aufnahme in das Hospital."

Das ursprüngliche Hospital hat sich im Laufe der Zeit zu einem hochspezialisierten Akutkrankenhaus entwickelt, das aus der Region nicht mehr fortzudenken ist. Parallel dazu hat sich auch die caritative und seelsorgerliche Zielsetzung zeitgemäß entfaltet und ist dem anfänglichen christlich–ethischen Grundgedanken bis heute treu geblieben. Das bedeutet: der Mensch wird ganzheitlich in seinen körperlichen, geistigen und seelischen Bedürfnissen wahr – und ernstgenommen.

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