Zertifizierungen im Pius-Hospital

Zertifizierungen im Gesundheitswesen dienen unter anderem dazu, Patienten in Bezug auf Sicherheit und Qualität medizinischer Einrichtungen oder Untersuchungen eine Orientierung zu bieten. Die Zertifizierung einer medizinischen Einrichtung ist immer ein Prozess, der längere Zeit in Anspruch nimmt. In einigen Fällen kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis alle Kriterien erfüllt sind und ein Zertifikat verliehen werden kann. Alle Zertifizierungen im medizinischen Bereich erfolgen freiwillig. Die Begehungen oder Überprüfungen vor Ort, durch externen Fachexperten (Auditoren), nennt man Audits.

Sowohl extern als auch intern stellen Zertifizierungen eine wichtige Orientierung dar. Für Mitarbeiter wird durch diesen Prozess deutlich, wie hoch die Qualität eines medizinischen Zentrums, einer Einrichtung oder Untersuchung ist und wo gegebenenfalls noch Optimierungsbedarf besteht. Eine Zertifizierung erfolgt stets zeitlich befristet – in regelmäßigen Abständen muss also nachgewiesen werden, dass die Anforderungen noch eingehalten werden beziehungsweise verbessert wurden. Die Auditgespräche im Kreise von internen und externen Experten bieten dabei eine gute Möglichkeit voneinander zu lernen.

Auch für Patienten und deren Angehörige bringen Zertifizierungen so zusätzliche Sicherheit, da ihnen eine dritte, unabhängige Instanz die Qualität einer medizinischen Einrichtung, eines Zentrums oder einer Untersuchung bestätigt. Zum Wohle jedes Patienten wird so ein hohes Maß an Transparenz erreicht.

DIN EN ISO 9001:2008

Seit 2006 ist das Pius-Hospital nach der jeweils aktuellen Fassung der DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Dieses Gütesiegel bezieht sich auf die Gesamtheit aller Einrichtungen, die das Pius-Hospital ausmacht und spiegelt modellhaft das Qualitätsmanagementsystem wider. Im Focus steht dabei stets die Orientierung an unseren Patienten. Hinter der langen Abkürzung verbirgt sich das Deutsche Institut für Normung (DIN), EN und ISO sind Abkürzungen für europäische und internationale Institute. Hinter der Nummer 9001 steckt die Nummer der Norm. Die Zertifizierung durch die DIN EN ISO 9001 ist jeweils für drei Jahre gültig,, dabei erfolgt jährlich ein sogenanntes Überwachungsaudit, nach drei Jahren die Re-Zertifizierung. Aktuell ist das Pius-Hospital nach der DIN EN ISO 9001:2015 (2015 für das Jahr der letzten Aktualisierung der DIN EN ISO-Norm) zertifiziert. Die nächste Re-Zertifizierung erfolgt im Jahr 2018.

Akutschmerztherapie, TÜV Rheinland

Ziel einer optimalen Schmerztherapie im Krankenhaus ist es, Schmerzen so weit wie möglich einzudämmen und dabei auch eventuelle Nebenwirkung weitestgehend auszuschließen, unabhängig davon, ob die Schmerzen unmittelbar vor, während und nach einer Operation auftreten oder Folge langjähriger Erkrankung sind. Das Empfinden von Schmerz ist jedoch stets subjektiv und muss daher vom Patienten selbst eingeschätzt werden, um eine adäquate Versorgung mit schmerzstillenden Mitteln zu gewährleisten. Deshalb ist eine individuell abgestimmte Schmerztherapie auf der Grundlage der nationalen S3-Leitlinie „Akut-Schmerztherapie“ sowie des „Expertenstandards Schmerzmanagement in der Pflege“ für jede Patientin und jeden Patienten notwendig. Um dies sicherzustellen, hat sich das Pius-Hospital im Mai 2011 dem Zertifizierungsverfahren „Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie“ vom TÜV Rheinland gestellt – mit Erfolg. Hierbei wurde das professionelle Schmerzmanagement von Ärzten und Pflegenden einer eingehenden Überprüfung durch externe Auditoren unterzogen. Die Zertifizierung belegt so, dass Ärzte und Pfleger in sämtlichen Bereichen des Pius-Hospitals das Schmerzmanagement konsequent umsetzen. Das Zertifikat ist, ebenso wie das Zertifikat der DIN EN ISO-Norm, für drei Jahre gültig. Auch hier erfolgt jährlich ein Überwachungsaudit und nach drei Jahren die Re-Zertifizierung des Systems. Die nächste Re-Zertifizierung erfolgt im Mai dieses Jahres.

Deutsche Krebsgesellschaft (DKG)

Innerhalb des Pius-Hospitals bestehen mehrere medizinische Zentren, die sich der Behandlung von Krebserkrankungen, wie Brust- oder Lungenkrebs widmen. Gleich mehrere medizinische Zentren im Pius-Hospital sind durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziert worden: Das Brustzentrum bereits seit 2003, das Gynäkologische Krebszentrum seit 2008 sowie seit 2009 das Prostatazentrum. Das Zertifizierungsaudit des Lungenkrebszentrums erfolgte im November 2010. Im Jahr 2011 ist die Zertifizierung des gesamten Darmkrebs- und Pankreaskrebszentrums nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft durchgeführt worden. Zentren, die eine Zertifizierung durch die DKG erhalten möchten, benötigen eine vorherige Zertifizierung nach internationalen technischen Standards (wie zum Beispiel durch die DIN EN ISO 9001). Erst danach ist es möglich, sich einem Zertifizierungsaudit durch die Deutsche Krebsgesellschaft selbst sowie durch eine bereichs- oder organspezifische Fachgesellschaft zu unterziehen. Jedes Zentrum muss dabei unter anderem seine Erfahrung und Kompetenz in der Behandlung von Patienten mit bestimmten Krebserkrankungen vorweisen können. Eine Zertifizierung durch die Deutsche Krebsgesellschaft muss alle drei Jahre wiederholt werden.

Europäische Gesellschaft der Brustkrebs-Spezialisten (EUSOMA)

Seit 2010 ist das Brustzentrum auch nach EUSOMA zertifiziert, ein Gütesiegel, das europaweit gültig ist. Um diese Zertifizierung zu erlangen, überprüfen Experten aus europäischen Ländern, ob in einem Brustzentrum alle für eine Brustkrebstherapie benötigten Fachdisziplinen vorhanden sind und inwieweit diese miteinander interdisziplinär zusammenarbeiten. Nach fünf Jahren steht eine erneute Überprüfung an, diesmal mit Schwerpunkt auf der Behandlungsqualität. Dies bedeutet, dass beispielsweise die Rückfallquote bei Patientinnen analysiert wird oder wie hoch der Anteil an brusterhaltenden Operationen im Brustzentrum war.

Norddeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie e.V. (NDGG e.V.)
in Zusammenarbeit mit TÜV Nord Cert GmbH

Gastroskopie und Koloskopie gehören zu den Untersuchungsverfahren im Bereich der Gastroenterologie, die am häufigsten durchgeführt werden. Um hier eine gleichbleibend hohe Qualität zu erhalten, bietet die Norddeutsche Gesellschaft für Gastroenterologie gemeinsam mit dem TÜV Nord Cert GmbH deren Zertifizierung an. Am Pius-Hospital sind diese beiden Untersuchungsmethoden, die von der Klinik für Innere Medizin durchgeführt werden, seit 2006 zertifiziert. Hierfür müssen in einem ersten Schritt detaillierte Angaben – zum Beispiel über Qualifikationen und Fortbildungen des Fachpersonals oder auch über die Ausstattung der Abteilung – gemacht werden. In einem weiteren Schritt erfolgt dann im so genannten Audit vor Ort eine Beurteilung der Qualität der Untersuchungen, indem der Auditor bei mehreren Koloskopien und Gastroskopien anwesend ist. Eine Zertifizierung muss alle drei Jahre wiederholt werden. Außerdem muss zusätzlich jedes Jahr ein so genanntes Überwachungsaudit erfolgen.

Deutsche Gesellschaft für Schlafmedizin (DGSM)

Die Klinik für Innere Medizin im Pius-Hospital verfügt über ein von der Deutschen Gesellschaft für Schlafmedizin akkreditiertes Schlaflabor. Um diese Akkreditierung zu erlangen, müssen der Gesellschaft äußerst detaillierte Angaben zur Ausstattung des Schlaflabors mit Instrumenten und Personal gemacht werden. Außerdem muss Einsicht in Patientenakten gewährt werden. Alle zwei Jahre muss dieses Zertifikat mit einer Reevaluation erneuert werden.

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