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Universitätsklinik für Orthopädie und Unfallchirurgie

Patienteninformationen


Orthopädie gestern und heute

Das Wort „Orthopädie“ bedeutet wörtlich „aufrechte Erziehung“. Tatsächlich nahm dieser Bereich der Medizin seinen Anfang in der Haltungsschulung, der Korsett- und Schienenversorgung. Inzwischen hat sich die Orthopädie zu einer hochspezialisierten Chirurgie des Bewegungsapparates gewandelt. Doch nicht jede orthopädische Erkrankung muss operativ versorgt werden. Oft ist es möglich, durch gezielte Physiotherapie und möglicherweise mit medikamentöser Unterstützung die erkrankten Knochen und Gelenke wieder funktionsfähig zu machen. Wichtig ist dafür, dass orthopädische Erkrankungen möglichst frühzeitig erkannt werden.

Kinderorthopädie

Die Früherkennung beginnt schon im Neugeborenen-Alter. So ist bereits bei der U 2, der Kinderärztlichen Routine-Untersuchung am 3. Tag nach der Entbindung, eine Ultraschall-Diagnose der Hüfte eines Neugeborenen vorgesehen. Wenn eine so genannte Hüft-Dysplasie rechtzeitig erkannt wird, kann sie meistens ohne Operation geheilt werden. In Zusammenarbeit mit der Klinik für Frauenheilkunde, Geburtshilfe und Gynäkologische Onkologie bieten wir die Ultraschall-Hüftuntersuchung für Neugeborene und gegebenenfalls notwendige Folgeuntersuchungen und Therapien an.

In der Kinderambulanz untersuchen wir außerdem Kinder jeden Alters, die von niedergelassenen Orthopäden zu uns überwiesen werden. Sollte eine Operation nötig werden, wird der kleine Patient in einem Zimmer untergebracht, in dem Mutter oder Vater ständig bei ihm sein können. Bei Verdacht auf Kinder-Rheuma arbeiten wir eng mit der Rheuma-Ambulanz der Kinderklinik zusammen.

Künstliche Gelenke (Endoprothetik)

Die Implantation künstlicher Gelenke (Endoprothetik) ist das größte und anspruchsvollste Gebiet der Orthopädie. Im Pius-Hospital sind wir auf die Endoprothetik großer Gelenke spezialisiert – also auf Hüfte, Knie, Schulter und Sprunggelenk. Wichtig ist, eine Prothese zu wählen, die dem natürlichen Körpergefühl am nächsten kommt, und diese so präzise wie möglich einzupassen. Je nach Krankheitsbild und dem Zustand der angrenzenden Knochen können wir jedem Patienten eine individuell auf ihn abgestimmte Prothese empfehlen, die erfahrene Chirurgen zum Teil mit Hilfe eines computergestützten Navigationsgerätes punktgenau einpassen.

Bei Hüftgelenken gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, zwischen zementierten und nicht zementierten Prothesen zu wählen. Jüngeren Patienten empfehlen wir vielleicht eine Kurzschaftprothese, die besonders knochenschonend verankert werden kann.

 

Das künstliche Hüftgelenk Infobroschüre der Firma Aescualp (PDF, 1 MB)

Das künstliche Kniegelenk Infobroschüre der Firma Aesculap

 

Bei den Operationen setzen wir moderne High-Tech ein, um ein optimales Operationsergebnis zu erhalten. Aber wir geben niemals die Kontrolle an eine Maschine ab. Mit dem Computer-gestützten Navigationssystem zum Beispiel erhalten wir fortlaufend ein präzises Bild vom Inneren Ihres Körpers und exakte Berechnungen davon, was wir als nächstes tun. Die Instrumente aber führt ausschließlich der Operateur.

Sport treiben mit künstlichen Gelenken
Für das Kniegelenk gibt es inzwischen moderne Schlittenprothesen, mit denen man sogar wieder Sport treiben kann. „Gender“-Knie, individuell angepasst an Größe, Geschlecht, Alter und Kniezustand.

Optimale Kraftübertragung
Moderne Sprunggelenke sind so konstruiert, dass sie den natürlichen Bewegungsablauf unterstützen. Deshalb sind sie mit einer beweglichen Plattform ausgestattet. So wird die Kraft von der Muskulatur aufgefangen und optimal weitergegeben. So ist das Laufen angenehmer und die Prothese verschleißt nicht so schnell.

Sportmedizin

Die Sportmedizin ist nicht auf bestimmte Schädigungen einzugrenzen. Vielmehr kann Sport an allen Stellen des Bewegungsapparates zu Überlastungen oder Verletzungen führen. Notfälle wie Bänderrisse, Knochenbrüche oder Gelenkausrenkungen versorgen wir sofort. Mit weniger klaren Beschwerden gehen Sie zunächst zum niedergelassenen Orthopäden, der Sie gegebenenfalls für weitere Untersuchungen in unsere Ambulanz überweist.

Für eine präzise Diagnose ist es wichtig, dass wir genau wissen, bei welcher Sportart Sie sich die Beschwerden zugezogen haben, denn jede Sportart löst andere Belastungen aus. So entsteht zum Beispiel der so genannte Tennisarm an der Außenseite des Ellenbogens, während der Golfarm – die analoge Erkrankung – auf der Innenseite entsteht.

Das Schulterzentrum

Parkmöglichkeiten

Das innovative Konzept des Schulterzentrums ist eine speziell auf die Schulter abgestimmte interdisziplinäre Behandlung, Unterbringung, Physiotherapie und weitere Rehabilitation. Die intensive Zusammenarbeit aller beteiligten Fachabteilungen und ein gut funktionierendes Netzwerk sorgen für optimale Voraussetzungen für unsere Patientinnen und Patienten.

Das Schulterzentrum (PDF, 292 KB)

Gelenkspiegelung (Arthroskopie)

Mit minimal-invasiven Techniken, insbesondere der Gelenkspiegelung (Arthroskopie), stellen wir eine präzise Diagnose. Dabei wird durch einen winzigen Schnitt ein kleines Röhrchen mit einer Kamera in das betroffene Gelenk eingeführt. Sogar operative Eingriffe können im Verlauf einer Arthroskopie ausgeführt werden. Der Vorteil der Arthroskopie liegt auf der Hand: Der Eingriff ist so minimal belastend, dass er teilweise sogar ambulant ausgeführt werden kann. Zum Beispiel:

  • An der Schulter: Stabilisierung nach Ausrenkung, Naht der Rotatorenmanschette, Schleimbeutelentfernung/knöcherne Entlastung, Wiederherstellung der Beweglichkeit bei Schultersteife
  • An der Hüfte: Entfernung freier Gelenkkörper, Beseitigung von Verklebungen und Verwachsungen
  • Am Knie: Meniskuseingriffe, z.B. Meniskusnaht oder –teilentfernung, Kreuzbandersatzoperation, Knorpelchirurgie z.B. Mosaikplastik, Knorpelglättung, Knorpelbefestigung bei Ablösung
  • Am Sprunggelenk: Entfernung von freien Gelenkkörpern, Loslösung von Verklebungen und Verwachsungen, Knorpelglättung und –wiederherstellung

Eine Übersicht über unser gesamtes Leistungsspektrum erhalten Sie, wenn Sie auf den Button Fachinformationen klicken.

Rheumatologie

Auch in der Rheumatologie findet die Arthroskopie verbreitet Anwendung. Rheumatische Gelenkschädigungen können häufig gut minimal-invasiv behandelt werden, zum Beispiel bei der kompletten Entfernung der Gelenkschleimhaut. Für spezielle Eingriffe (zum Beispiel Radiosynovioorthese) arbeiten wir außerdem mit der Klinik für Nuklearmedizin zusammen, die über große Erfahrung im Umgang mit der lokalen Anwendung radioaktiver Medikamente verfügt.

Neben Routine- und Spezialkenntnissen in verschiedenen Techniken zur Behandlung von rheumatischen Schädigungen ist es vor allem wichtig, für jeden einzelnen Patienten ein passendes Konzept im Umgang mit dieser chronischen und nicht heilbaren Krankheit zu entwickeln. Nur wenn wir ganzheitlich auf die individuellen Gegebenheiten eingehen, können wir wenigstens den Krankheitsverlauf bremsen und die Schmerzen weitgehend zurückdrängen.

Tumor-Orthopädie

In der Tumor-Orthopädie sind vor allem operative Techniken gefragt. In enger Kooperation mit der Klinik für Strahlentherapie und internistischen Onkologie behandeln wir Primärerkrankungen und Metastasen in den Knochen. Darüber hinaus stehen uns einige Mittel zur Verfügung, durch die Erkrankung mürbe gewordene Knochen zu stabilisieren und auf diese Weise die Lebensqualität zu heben.

Ambulante Operationen

Der technische und medizinische Fortschritt ermöglicht heute Dinge, die noch vor wenigen Jahren undenkbar schienen. Immer mehr Eingriffe können heute ambulant durchgeführt werden. Das bedeutet für Sie, dass Sie schnell wieder nach Hause in die vertraute Umgebung kommen. Natürlich können wir Ihnen das nur empfehlen, wenn Sie insgesamt in einer stabilen Verfassung sind. Unser Berufsverband empfiehlt als Voraussetzungen für eine ambulante Operation eine entsprechende geistige, psychische und körperliche Konstitution. Sie müssen in der Lage sein, an Ihrer Heilung aktiv mitzuarbeiten und Sie müssen nach der Operation bereits wieder einigermaßen mobil sein. Bei Minderjährigen und hilfsbedürftigen Erwachsenen müssen wir zusätzlich das häusliche Umfeld (Versorgung durch Eltern und Angehörige) berücksichtigen.

Sind alle Voraussetzungen positiv erfüllt, bieten wir zur Zeit mehr als 25 verschiedene Eingriffe ambulant an.

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