Klinik für Nuklearmedizin

PET/CT

Gut- oder bösartig? – PET/CT schafft schnell Klarheit

PET/CT ermöglicht eine schnelle, umfassende und zuverlässige Diagnose vor allem bei onkologischen Erkrankungen. Es ist geeignet, zahlreiche Krankheitsbilder so frühzeitig zu diagnostizieren, dass sie in vielen Fällen effektiver und zielgerichteter therapiert werden können als bisher. Immer mehr internationale Studien erhärten diese Einschätzung. In fast allen Ländern Europas wird PET/CT daher von den sozialen Gesundheitssystemen erstattet.

Das Pius-Hospital betreibt das erste und einzige PET/CT zwischen der Nordseeküste und Osnabrück in Niedersachsen. Prof. Dr. med. Michael Reinhardt, Direktor der Klinik für Nuklearmedizin im Pius-Hospital, hat in seiner ärztlichen und wissenschaftlichen Arbeit bereits seit zehn Jahren Erfahrungen mit PET und PET/CT gesammelt.

Was ist PET/CT?

PET/CT kombiniert zwei bildgebende Verfahren in einem Gerät: Die Positronen-Emissions-Tomographie (PET) und Computertomographie (CT). Auf diese Weise können charakteristische Stoffwechselvorgänge dargestellt und zugleich in ihrer Position im Körper genau lokalisiert werden.

Bösartige Tumore haben einen unverwechselbaren Stoffwechsel

Wir können sie also auf dem PET/CT-Bild exakt bestimmen. Wir können genau zeigen, wo sie liegen, ob und wie sie mit umliegenden Organen verwachsen sind und wie sie sich ausbreiten. Sind bereits Lymphknoten befallen? Gibt es weitere Metastasen? Mit PET/CT spüren wir sogar bisher unentdeckte Tumore ab ca 5 mm Durchmesser zuverlässig auf.

Wie funktioniert die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)?

Sie erhalten zu Beginn der Untersuchung eine Substanz, die über den Zellstoffwechsel im Körper verarbeitet wird, zum Beispiel einen Zucker oder bestimmte Proteine. Im Unterschied zur Natur ist die Substanz, die wir Ihnen injizieren jedoch leicht radioaktiv markiert. Dies übrigens mit einer so geringen Halbwertzeit, dass die Radioaktivität schon kurz nach der Untersuchung auf ein Minimum gesunken ist.

Die markierte Substanz reichert sich in den Zellen, in denen sie verstoffwechselt wird, an. Je nach Stoffwechselaktivität der Zellen in der einen stärker in der anderen weniger stark. Sie gibt, während sie zerfällt, für einen kurzen Zeitraum eine entsprechende Strahlung ab, die das Gerät mit einem so genannten Detektorring auffängt und zu digitalen Bildern verarbeitet.

Bösartige Tumore haben einen besonders aktiven Stoffwechsel und nehmen z.B. verstärkt Glukose auf. Für onkologische Diagnosen verwenden wir daher meist eine schwach radioaktive Glukose. Hiermit lassen sich auch kleine Tumore schon frühzeitig entdecken.

PET/CT

Physikalische Details

Die radioaktive Markierung beim PET/CT besteht aus so genannten Positronenstrahlern. Sie haben eine besondere Eigenschaft, die höchste Präzision ermöglicht. Bei ihrem Zerfall gibt sie nämlich genau gleichzeitig in zwei Richtungen Energieteilchen, also Strahlung ab – und zwar exakt im Winkel von 180 Grad. Der Detektorring fängt genau gleichzeitig (innerhalb von 3 Nanosekunden) an zwei gegenüberliegenden Punkten eine Strahlung auf und kann daher die Gerade bestimmen, auf der der Zerfall stattgefunden hat.

Aus der Überlagerung sehr vieler dieser Geraden errechnet ein an die Kamera angeschlossener Computer schließlich ein komplexes Bild. Die paarweise Detektion der Energieteilchen führt zu einer gegenüber anderen nuklearmedizinischen Verfahren deutlich höheren Empfindlichkeit und zu einer entsprechend erhöhten Ortsauflösung.

Durch die Kombination mit dem CT, das eine dreidimensionale Darstellung der Körperregionen ermöglicht, werden die aufgezeichneten Stoffwechselprozesse präzise in ihrer Lage im Körper dargestellt.

Hilfreich für Diagnose und Therapie

Dies ermöglicht zum einen eine exakte Diagnose. Zugleich unterstütz PET/CT auch die präzise Therapie-Planung, insbesondere die Planung der Strahlentherapie. PET/CT zeigt nicht nur auf, wo der zu bestrahlende Tumor liegt, sondern auch die Ausdehnung der aktiven Tumorbereiche. Entsprechend präzise kann bei der Bestrahlungsplanung sowohl die zu bestrahlende Körperregion als auch die Strahlendosis eingestellt werden. Ziel jeder Bestrahlung ist es, das kranke Gewebe möglichst wirksam zu treffen, umliegendes gesundes Gewebe jedoch weitgehend zu schonen. Durch PET/CT können die Nebenwirkungen einer Bestrahlung weiter minimiert und zugleich die Schlagkraft gegen das bösartige Gewebe erhöht werden.

Welche Substanzen verwenden wir?

Die Substanzen, die wir für PET/CT einsetzen, werden Tracer genannt. Trace bedeutet Spur – die Substanzen hinterlassen für kurze Zeit eine Spur im Körper, die jedoch in kürzester Zeit zerfällt und in der geringen Dosis, in der die Substanz angewendet wird, keine Nebenwirkungen für den Organismus hat.

Die Halbwertzeiten der PET-Tracer liegen meist zwischen wenigen Minuten und zwei Stunden. F18 (ein Isotop des Fluors) ist mit einer Halbwertzeit von zwei Stunden ein Radionuklid, das sich für die Darstellung vieler Tumore im Körper eignet.

F18-markierte Fluor-Desoxyglukose (FDG) wird zum Beispiel von den Zellen wie Glukose (Traubenzucker) aufgenommen. Es reichert sich jedoch in den Zellen an, statt weiter verarbeitet zu werden. Deshalb können wir nachvollziehen, an welchen Stellen im Körper erhöhte Stoffwechselaktivitäten stattfinden.

Die meisten aber nicht alle Tumore zeichnen sich durch einen erhöhten Glukose-Stoffwechsel aus. Zur Diagnose von Prostatakrebs eignet sich hingegen eine Verbindung von F18 mit Cholin statt Glukose.

Die PET/CT-Untersuchung im Ablauf

Für Ihre Untersuchung wird der für Ihre Fragestellung angemessene Tracer individuell hergestellt. Wegen der bereits erwähnten äußerst kurzen Halbwertzeit ist es dringend erforderlich, dass Sie pünktlich zum vereinbarten Untersuchungstermin erscheinen, sonst ist der Tracer nicht mehr ausreichend aktiv. Zur Vorbereitung ist es auch wichtig, dass Sie nüchtern sind.

Zunächst klären wir Sie gründlich über die Untersuchung auf und stellen Ihnen einige Fragen über den bisherigen Krankheitsverlauf. Es ist wichtig, dass Sie uns auch über weitere Krankheiten informieren. Insbesondere über Diabetes, da bei dieser Erkrankung die Glukoseaufnahme in Tumoren vermindert sein kann. Dieses Gespräch ist außerdem dafür da, dass Sie Ihre persönlichen Fragen zur PET/CT-Untersuchung stellen. Anschließend injizieren wir den für Sie hergestellten Tracer in eine Armvene.

PET/CT

Die Ruhephase

Nun folgt eine Ruhephase von etwa 90 Minuten, in der sich der Tracer über den Zellstoffwechsel in Ihrem Körper verteilt. Dafür haben wir einen bequemen Ruheraum für Sie eingerichtet. Es ist wichtig, dass Sie sich in dieser Zeit wirklich entspannen. Jede Bewegung bedeutet nämlich eine Muskelaktivität, die dort zusätzlichen Stoffwechsel auslöst und ggf. das Ergebnis leicht beeinflusst. Wir haben Entspannungsmusik für Sie da. Sie dürfen aber gerne auch eigene Musik mitbringen.

Die Untersuchung

Während der eigentlichen Untersuchung liegen Sie entspannt auf einer Liege, die automatisch durch das PET/CT-Gerät hindurch geschoben wird. Die Öffnung ist relativ weit und die Röhre relativ kurz, so dass Sie sich nicht eingeengt fühlen müssen. Während der gesamten Untersuchung ist eine unserer Mitarbeiterinnen in Ihrer Nähe. Am Anfang erhalten Sie einmal Atemkommandos. Danach atmen Sie bitte ganz normal. Sie müssen lediglich darauf achten, dass Sie ihre Liegeposition exakt beibehalten, damit wir präzise Bilder aus den beiden Untersuchungen – PET und CT – erhalten.

Die reine Untersuchungszeit im Gerät beträgt 30-45 Minuten. Anschließend brauchen wir noch wenige Stunden, um die Untersuchungsergebnisse abschließend zu befunden. Eine erste Information erhalten Sie und Ihr überweisender Arzt, wenn Sie dies wünschen, noch am selben Tag.

PET/CT in der Krebs-Diagnostik

Für die Tumorbehandlung sind exakte Diagnoseverfahren, wie die PET/CT von entscheidender Bedeutung. Je genauer wir die Eigenschaften des Tumors, seine Lage, seine Ausdehnung und sein Entwicklungsstadium kennen, desto optimaler kann eine Therapie auf Sie persönlich abstimmt werden.

Mit PET/CT können wir oft früher, zuverlässiger und schneller als mit anderen Diagnoseverfahren diese Aussagen treffen. Schon in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entdeckte der Nobelpreisträger Otto Heinrich von Warburg, dass bösartige Tumorzellen einen verstärkte Stoffwechselaktivität aufweisen und somit auch verstärkt Zucker aufnehmen. PET kann aufgrund dieses Zuckerstoffwechsels Tumorzellen ganz deutlich vom gesunden Gewebe abheben. So können schon Krebsabsiedlungen (Metastasen) mit einem Durchmesser von weniger als 5mm erkannt werden. Das ist mit anderen bildgebenden Verfahren so nicht möglich.

Mit PET/CT können wir also

  • Mögliche Krebsherde entdecken
  • das Stadium einer Krebserkrankung bestimmen (Staging)
  • das aktive Tumorgewebe für die Strahlentherapie exakt eingrenzen
  • den Erfolg einer Strahlen- oder Chemotherapie oder einer Operation (z.B. minimal-invasive Chirurgie) frühzeitig, ggf. bereits während der Therapiezeit kontrollieren
  • den Erfolg nach einer Krebsoperation überprüfen
  • Krebs-Rezidive (Rückfall) frühzeitig entdecken

Was kostet PET/CT?

PET/CT ist geeignet, zahlreiche Krankheitsbilder so frühzeitig zu diagnostizieren, dass sie in vielen Fällen effektiver und zielgerichteter therapiert werden können als bisher. Dadurch können in vielen Fällen sogar Kosten gespart werden. Immer mehr internationale Studien erhärten diese Einschätzung. Die meisten privaten Krankenversicherungen bezahlen deshalb eine PET/CT-Untersuchung. Bitte klären Sie die Kostenübernahme jedoch in jedem Einzelfall vorab mit Ihrer Versicherung ab.

In fast allen Ländern Europas wird PET/CT auch von den sozialen Gesundheitssystemen erstattet.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) hat sich in Deutschland bereits beim Lungenkrebs dieser internationalen Entwicklung angeschlossen. Weitere Indikationen werden beraten. Bei Bronchialkarzinomen übernehmen deshalb die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel schon heute auf Anfrage die Kosten.

Damit keine unvorhergesehenen Kosten entstehen, ist es wichtig, dass Sie pünktlich zum vereinbarten Untersuchungstermin erscheinen. Wie Sie wissen, wird der Tracer am Tag der Untersuchung für Sie individuell bereitgestellt und ist nur sehr kurze Zeit aktiv. Danach kann er nicht mehr verwendet werden.

Bitte sagen Sie spätestens 24 Stunden vor dem PET/CT-Termin ab, wenn Sie nicht zur Untersuchung kommen können. Wir müssen Ihnen sonst die Kosten für den verfallenen Tracer in Rechnung stellen.

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